Museum auf der Wasserkuppe: Erster Ausstellungsteil zur NS-Zeit fertig

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Es war ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk Ende 2025 für das Museum auf der Wasserkuppe: Der erste von insgesamt drei geplanten Ausstellungs-Bausteinen zur NS-Zeit ist fertiggestellt. Ein bedeutender Schritt, der Geschichte sichtbar und greifbar macht. Mitten im neuen Ausstellungsbereich steht ein echtes Highlight – das bereits vorhandene Großexponat, ein Schulgleiter vom Typ SG-38, der nun eindrucksvoll in die neue Präsentation integriert wurde.

Mit vielen ausdrucksstarken Bildern, sorgfältig ausgewählten Exponaten und übersichtlich gestalteten Texten wird dieser Abschnitt der baulichen Entwicklung der Wasserkuppe anschaulich erklärt. Ein besonderes Erlebnis bietet dabei ein Tastmodell des sogenannten „Groenhoff-Areals“, das Besuchern einen haptischen Zugang zur Geschichte ermöglicht. Ergänzt wird dies durch einen Bildschirm, auf dem die zeitliche Veränderung des Areals in den späten 1930er-Jahren mithilfe von 3D-Modellen lebendig dargestellt wird.

Ein weiterer emotionaler Höhepunkt erwartet die Besucher in der Ehrenhalle, einem Teil des Lilienthalhauses. Das beeindruckende Mosaikfenster verleiht dem Raum eine besondere Atmosphäre – hier kann man visuell fliegen und Geschichte mit allen Sinnen erleben.

Auch die Nutzung des Segelflugs als Kriegsgerät wird thematisiert. Drei Modellnachbauten, historische Bilder und vielfach sicher unbekannte Informationen zeigen, wie der Segelflug in der NS-Zeit militärisch genutzt wurde. Dieses Thema soll im dritten, noch zu entwickelnden Ausstellungs-Baustein weiter vertieft werden. Dort wird dann auch die Nutzung der Fernsteuertechnik aus dem Modellflug eine noch ausführlichere Rolle spielen.

Ein düsteres Kapitel ist die Bombardierung der großen Flugzeughalle im Jahr 1944. Dieser Einschnitt wird mit erklärenden Texten, seltenen Bildern und zeitgenössischen Zeitungsausschnitten eingeordnet und verständlich gemacht. Ein besonders eindrückliches Zeugnis dieser Zerstörung ist ein Betonblock – ein Stück der Grundmauer der Halle –, der sich im Außenbereich des Museumsgeländes befindet und durch eines der Museumsfenster betrachtet werden kann. Seit 1986 steht das Museum größtenteils auf dem Gelände dieser ehemaligen Flugzeughalle.

Abgerundet wird der neue Ausstellungsteil durch den Blick nach vorne: Auch der Zeit des Neubeginns des Segelflugs auf der Wasserkuppe und in ganz Deutschland nach 1945 ist eine eigene Informationstafel gewidmet. Sie zeigt, wie nach Krieg und Zerstörung ein neuer Anfang möglich wurde – und wie eng die Geschichte der Wasserkuppe mit diesen Entwicklungen verbunden ist. +++ adm

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