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Millionen aus der Wirtschaft: CDU kassiert deutlich mehr Parteispenden als andere Parteien

Neue Zahlen zu Parteispenden sorgen für Gesprächsstoff in der politischen Landschaft: Die frisch veröffentlichten Rechenschaftsberichte der Parteien für das Jahr 2024 zeigen, dass vor allem eine Partei besonders stark von Geld aus der Wirtschaft profitiert. Nach einer aktuellen Auswertung der Plattform abgeordnetenwatch erhielt die CDU rund 15 Millionen Euro aus Unternehmensspenden – mehr als doppelt so viel wie alle anderen Bundestagsparteien zusammen.

Doch nicht nur die Höhe der Summen sorgt für Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Geldflüsse im Dunkeln. Rund 62 Prozent der Spenden von Unternehmen und anderen Organisationen werden nicht namentlich veröffentlicht. Für die Öffentlichkeit bleibt damit in vielen Fällen unklar, wer genau welche Partei finanziell unterstützt.

Unter den größten Geldgebern der CDU finden sich bekannte Namen aus der Wirtschaft. Dazu zählen unter anderem die Deutsche Vermögensberatung AG, die Privatbank Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG sowie Unternehmen wie die Trumpf SE oder Dr. Theiss Naturwaren. Auch vermögende Privatpersonen griffen tief in die Tasche. Zu den größten Einzelspendern gehörten der Unternehmer Stephan Schambach mit 809.990 Euro sowie der Immobilieninvestor Christoph Alexander Kahl mit 781.290 Euro. Mehrere der größten Spender zählen laut öffentlichen Vermögensschätzungen sogar zum Kreis der Milliardäre.

Bei der AfD zeigt sich in der Auswertung ein anderes Bild: Hier spielen einzelne Großspender eine besonders große Rolle. Einer der größten Geldgeber im Jahr 2024 war der Unternehmer Winfried Stöcker, Eigentümer des Flughafens Lübeck-Blankenese. Er spendete zunächst 50.000 Euro an die Partei – und legte im Januar 2025 noch einmal nach. Mitten im Bundestagswahlkampf überwies Stöcker weitere 1,5 Millionen Euro.

Auch andere größere Spenden an die AfD stammen laut Auswertung vor allem von einzelnen Privatpersonen oder Unternehmen. Insgesamt erhielt die Partei im Jahr 2024 rund 7,7 Millionen Euro von Privatpersonen sowie etwa 332.000 Euro von Unternehmen und anderen Organisationen.

Dass diese Zahlen erst jetzt vollständig sichtbar werden, liegt an den gesetzlichen Regeln für Parteispenden. Parteien müssen Spenden erst ab einer Höhe von 10.000 Euro namentlich in ihren Rechenschaftsberichten aufführen. Und selbst diese Berichte erscheinen mit zeitlicher Verzögerung. Nur besonders große Spenden über 35.000 Euro müssen sofort veröffentlicht werden. Deshalb wird oft erst rund zwei Jahre später vollständig erkennbar, wer welche Parteien mit welchen Summen unterstützt hat.

Besonders kritisch sehen Beobachter den hohen Anteil an anonymen Geldflüssen. Laut der Auswertung bleiben etwa 62 Prozent der Spenden von Unternehmen und Organisationen ohne namentliche Veröffentlichung – und damit für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar.

Sarah Schönewolf, Sprecherin von abgeordnetenwatch, spricht deshalb von einem erheblichen Problem für die politische Transparenz. „Wenn Parteien Millionen aus der Wirtschaft erhalten und gleichzeitig ein Großteil der Spender:innen anonym bleibt, haben wir ein massives Transparenzproblem“, erklärt sie. „Wenn nicht nachvollziehbar ist, wer Parteien finanziell unterstützt, bleibt auch unklar, ob Spenden politische Entscheidungen begünstigen. Diese Intransparenz untergräbt das Vertrauen in die politische Integrität.“

Die Plattform fordert deshalb schon seit längerem strengere Regeln für Parteispenden. Konkret geht es um ein Verbot von Spenden durch Unternehmen und Lobbyverbände, eine Begrenzung von Privatspenden sowie eine deutlich niedrigere Veröffentlichungsgrenze. Nach Vorstellung von abgeordnetenwatch sollten bereits Spenden ab 1.000 Euro pro Jahr öffentlich gemacht werden. +++ red.

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