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Mieten-Schock in den Innenstädten: Einzelhandel zahlt plötzlich deutlich mehr – Studie zeigt überraschende Entwicklung

Die Mieten im innerstädtischen Einzelhandel ziehen spürbar an: Im vergangenen Jahr sind sie in 16 ausgewählten Städten – darunter auch die sieben größten Deutschlands – um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die „Rheinische Post“ in ihrer Samstagsausgabe berichtet. Besonders bemerkenswert: In den Jahren zuvor hatten sich die Mieten kaum nach oben bewegt. Die aktuellen Zahlen deuten damit auf eine klare Trendwende hin.

Nach Einschätzung der Studienautoren spricht vieles dafür, dass sich der Einzelhandel in den Innenstädten wieder erholt. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine deutliche Entwicklung: Der Handel konzentriert sich zunehmend auf besonders zentrale und attraktive Standorte. Genau dort steigen die Preise nun besonders kräftig.

Vor allem im Jahr 2025 fallen die teils drastischen Mietsteigerungen auf. Bezogen auf die gesamten Stadtgebiete verzeichneten München mit einem Plus von 10,2 Prozent und Düsseldorf mit einem Anstieg von 9,5 Prozent besonders starke Zuwächse gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung in den Innenstädten einzelner Städte: Dortmund führt mit einem sprunghaften Anstieg von 16,3 Prozent, gefolgt von Bremen mit 12,8 Prozent sowie erneut München mit 12,0 Prozent.

Trotz dieser deutlichen Ausschläge zeigt der langfristige Blick ein moderateres Bild. Für den gesamten Zeitraum von 2018 bis 2025 lagen die durchschnittlichen jährlichen Mietsteigerungen überwiegend zwischen zwei und vier Prozent – sowohl im gesamten Stadtgebiet als auch speziell in den Innenstädten, wie das IW erklärt.

Einige Städte stechen dabei besonders hervor. Bremen verzeichnet die stärkste mittelfristige Mietpreisentwicklung mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 4,7 Prozent – und zwar sowohl im gesamten Stadtgebiet als auch in der Innenstadt. Am anderen Ende der Skala steht Stuttgart mit der schwächsten Entwicklung: Dort legten die Mieten im gesamten Stadtgebiet jährlich nur um 1,8 Prozent zu, während sie in der Innenstadt sogar lediglich um 0,4 Prozent pro Jahr stiegen. Dennoch bleibt Stuttgart trotz dieser vergleichsweise geringen Dynamik ein teures Pflaster: Nach München ist die baden-württembergische Landeshauptstadt weiterhin der zweitteuerste Innenstadtstandort gemessen an den Median-Mieten.

Die Untersuchung stützt sich auf Mietangebote für Einzelhändler aus der Immobilienmarktdatenbank der Value AG. Diese Daten liefern detaillierte und strukturierte Informationen zu Angebots- und Objekteigenschaften, darunter Mietpreise sowie geografische Merkmale der Standorte. Analysiert wurde der Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2025. Insgesamt umfasst der Datensatz rund 268.000 Einzelhandelsmietangebote in Deutschland.

Das Fazit der Studie fällt eindeutig aus: Die Einzelhandelsmieten haben sich deutlich erholt und steigen an den meisten Standorten inzwischen schneller als die Verbraucherpreise. Zugleich zeigt sich eine klare Entwicklung hin zu einer stärkeren Konzentration des innerstädtischen Einzelhandels auf besonders attraktive und gefragte Lagen. +++

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