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Marineinspekteur warnt vor wachsender russischer Bedrohung auf See

Der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, sieht eine zunehmende militärische Bedrohung durch Russland auf den Weltmeeren – insbesondere in der Ostsee. „Die Bedrohung ist real und weit entfernt von statisch“, sagte Kaack der „Süddeutschen Zeitung“. Russlands Streitkräfte würden sowohl personell als auch technologisch wachsen, während ihre Fähigkeiten im Ukraine-Krieg fortlaufend erprobt würden.

Vor allem in der Ostsee beobachte die Bundeswehr seit rund zwei Jahren eine deutlich aggressivere Gangart. Kaack verwies auf vermehrte Vorfälle mit tief fliegenden russischen Flugzeugen über Nato-Schiffen sowie auf zunehmend provokante Annäherungen. „Das ist gefährlich, denn dadurch kann es leicht zu einer Eskalation durch Zufall kommen“, warnte der Marineinspekteur. Um Zwischenfälle zu vermeiden, würden Kommandanten gezielt auf solche Situationen vorbereitet, klare Verhaltensregeln vermittelt und entsprechende Szenarien regelmäßig in militärischen Planspielen geübt.

Positiv äußerte sich Kaack über die Nato-Mission „Baltic Sentry“, die vor einem Jahr zum Schutz von Pipelines und Unterseekabeln in der Ostsee gestartet wurde. Hintergrund sind wiederholte Sabotageakte, bei denen Schiffe mit Verbindungen zu Russland angeblich ihre Anker verloren und dabei Unterseekabel beschädigten. Nach Angaben Kaacks konnte die Reaktionszeit bei verdächtigen Vorfällen von zuvor 17 Stunden auf etwa eine Stunde verkürzt werden.

Als größtes strukturelles Problem der Marine bezeichnete Kaack jedoch den Personalmangel. „Das größte Defizit ist, dass wir nicht genug Menschen haben“, sagte er. Zwar habe es in den vergangenen Jahren einen leichten Personalzuwachs gegeben, dieser reiche jedoch nicht aus. Hoffnung setzt der Marineinspekteur auf den neuen freiwilligen Wehrdienst. „2026 wird unser Jahr des Aufwuchses, ein Jahr des Aufbruchs“, erklärte er.

Auch bei der Ausstattung bestehen Herausforderungen. So kommt es bei der neuen Fregatte F126 zu erheblichen Verzögerungen. Das bis zu zehn Milliarden Euro schwere Rüstungsprojekt gilt als zentral für die Zukunft der deutschen Marine. Der Zulauf der ersten Einheit verschiebt sich nach aktuellen Planungen von 2028 auf mindestens 2031. Als Übergangslösung soll die schnelle Beschaffung von MEKO-A200-Fregatten dienen. Kaack zeigte sich dabei pragmatisch: Entscheidend sei vor allem, dass rasch einsatzfähige Schiffe zur Verfügung stünden. „Ich brauche Stahl im Wasser, um meinen Auftrag zu erfüllen.“ +++ adm

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