Die Stadt Marburg bewertet die aktuellen Entwicklungen in der Pharmabranche mit großer Sorge. Die ganze Solidarität gelte den Beschäftigten, die um ihre Arbeitsplätze bangten oder diese bereits verloren hätten, teilte die Stadt mit. Grundsätzlich gehe man davon aus, dass die pharmazeutische Industrie deutlich resistenter auf Konjunkturveränderungen reagiere. Zugleich begrüße die Stadt die Bestrebungen von Land und Bund, Neuansiedlungen von Pharmaunternehmen in Deutschland zu unterstützen, schreibt fuldainfo.de.
Zu konkreten Auswirkungen auf einzelne Gewerbesteuerzahler könne die Stadt aufgrund des Steuergeheimnisses keine Angaben machen. Klar sei jedoch: „Wenn der Pharmastandort Husten hat, dann kann die Stadt Marburg eine Lungenentzündung bekommen.“ Ob und wie sich die aktuelle Firmenpolitik am Standort auf die Stadt Marburg auswirken werde, lasse sich derzeit nicht prognostizieren. Da die Unternehmen aktuell Gewinne schrieben, bestehe mit Blick auf die Gewerbesteuer im Moment keine unmittelbare Beunruhigung.
Mit großer Sorge blickt die Stadt auf die Lage am Arbeitsmarkt. Der angekündigte Verlust von 1.500 Arbeitsplätzen bedeute eine erhebliche Belastung für den Arbeitsmarkt, vor allem aber für die Beschäftigten in Marburg und der gesamten Region. In der Vergangenheit sei es häufig möglich gewesen, dass Fachkräfte vom Pharmastandort bei Stellenabbau zeitnah eine neue, adäquate Stelle bei einem anderen Unternehmen am gleichen Standort gefunden hätten. Dies gestalte sich diesmal schwieriger, da mehrere Unternehmen gleichzeitig Stellen abbauten. Das habe entsprechend negative Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt.
Mit Blick auf den Wirtschaftsstandort insgesamt verweist die Stadt darauf, dass zugleich weitere Investitionen am Standort angekündigt seien. Diese eröffneten zusätzliche Möglichkeiten für Unternehmen aus der Region. Eine Prognose zu den konkreten Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort sei daher derzeit nicht möglich.
Um Perspektiven für die betroffenen Beschäftigten zu erörtern, hat die Stadt nach eigenen Angaben gemeinsam mit Gewerkschaften, Betriebsräten, Unternehmen, der Arbeitsagentur, der Landesregierung, der Landeswirtschaftsförderung und der Universität eine Task Force gebildet. Dieses Bündnis arbeite intensiv an Lösungen für die Beschäftigten.
Auch langfristig will die Stadt den Pharmastandort sichern. Dazu stehe sie im engen Austausch mit den Unternehmen vor Ort, mit der Philipps-Universität und mit dem Land Hessen. Gemeinsames Ziel sei es, den Innovations- und Forschungsstandort Marburg und Mittelhessen zu stärken, Arbeitsplätze zu erhalten und neue Arbeitsplätze zu schaffen. +++











