Es klingt wie eine Szene aus längst vergangenen Zeiten – doch sie spielt sich mitten in der Realität ab: Während im Land an vielen Stellen der Rotstift angesetzt wird, gleiten in den obersten Etagen der Politik weiterhin großzügige PR-Budgets über den Tisch. Beauty, Styling, Fotoshootings – das Rundum-sorglos-Paket für den perfekten öffentlichen Auftritt scheint unverzichtbar. Und ein Blick in die Zahlen zeigt: Der Wille zum Sparen bleibt erstaunlich blass gepudert.
In Baden-Württemberg gibt man sich zwar vergleichsweise zurückhaltend: Dort flossen zwischen 2020 und Ende September 2025 rund 100.000 Euro allein in Fotografen-Dienstleistungen. Eine Summe, die im bundesweiten Vergleich fast schon bescheiden wirkt – denn im politischen Berlin werden für ähnliche Zwecke ganz andere Dimensionen aufgefahren. Schon in der vergangenen Legislaturperiode sorgte eine Zahl für Staunen und gerunzelte Stirnen: Außenministerin Annalena Baerbock hatte innerhalb nur eines Jahres Visagistenkosten von 137.000 Euro vorzuweisen. Der PR-Effekt blieb fraglich, der öffentliche Aufschrei dagegen garantiert. Damals wetterte die CDU noch energisch aus der Opposition.
Jetzt stellt sich heraus: In Regierungsverantwortung wird der Gürtel deshalb keineswegs enger geschnallt. Im Gegenteil. Bundeskanzler Friedrich Merz ließ sich zwischen dem 6. Mai und dem 4. August für insgesamt 12.501,30 Euro stylen – Kosmetik, Friseur, Visagisten inklusive. Drei Monate, fünfstelliger Betrag – allein fürs Äußere. Noch spendabler zeigt sich das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche. Sie kommt im identischen Zeitraum auf beachtliche 19.264,76 Euro. Besonders ins Auge sticht dabei der Reisekostenposten ihrer Visagistin: satte 8.324,11 Euro. Insgesamt schießen die Ausgaben aller Ministerien für Styling-Dienstleistungen in diesen drei Monaten auf stolze 58.738 Euro.
Doch damit nicht genug: Auch die Fotokosten der Bundesregierung glänzen – allerdings weniger mit Zurückhaltung als mit beeindruckender Höhe. Vizekanzler Lars Klingbeil führt die Tabelle mit mehr als 33.700 Euro an. Außenminister Johann Wadephul folgt mit rund 19.000 Euro auf dem zweiten Platz. Insgesamt kommen die Ministerien im genannten Zeitraum auf fotografische Ausgaben von 172.608 Euro. Ein klares Signal: Politische Bescheidenheit ist offenbar kein angesagter Trend. Ein Umdenken? Nicht in Sicht. Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass der PR-Luxus für die Bundesregierung weiterhin Priorität hat. Genau deshalb lohnt es sich, dieses Kapitel besonders aufmerksam zu verfolgen. Denn unsere Forderung steht: weniger Glanz, mehr Glaubwürdigkeit. Politisches Vertrauen wächst nicht durch Puder und perfekt gesetztes Licht – sondern durch Substanz, so die Kritik des Bundes der Steuerzahler. +++










