Lauterbach empfiehlt nun doch Fleischkonsum - gegen Demenz

Essen

Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach empfiehlt unter bestimmten Voraussetzungen den Verzehr von Fleisch – trotz seiner eigenen überwiegend fleischfreien Ernährung. Anlass ist eine neue wissenschaftliche Studie, die insbesondere für Menschen mit genetischer Vorbelastung Hinweise auf einen schützenden Effekt liefern soll.

Gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe erklärte Lauterbach, es gebe „starke Hinweise“, dass Personen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko durch vermehrten Fleischkonsum ihr Risiko für geistigen Abbau deutlich senken könnten. Grundlage sei eine Untersuchung der Karolinska Institutet in Schweden, die einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Demenzentwicklung aufzeige.

Demnach könne sich das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung unter bestimmten genetischen Voraussetzungen durch fleischhaltige Ernährung um mehr als die Hälfte verringern. Dies betreffe jedoch ausschließlich Menschen mit entsprechender genetischer Veranlagung, etwa Träger bestimmter Genvarianten wie ApoE4, die per Gentest nachgewiesen werden können.

Für Lauterbach, der sich seit Jahren für eine Reduzierung des Fleischkonsums einsetzt, sind die Ergebnisse bemerkenswert. „Das musste ich auch erstmal verdauen“, sagte der SPD-Politiker. Forschungsergebnisse dürften jedoch nicht ignoriert werden, nur weil sie bisherigen Überzeugungen widersprächen.

Gleichzeitig warnte Lauterbach vor Fehlinterpretationen. Eine generelle Empfehlung zum erhöhten Fleischkonsum für die gesamte Bevölkerung lehnt er ab. Nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Menschen – schätzungsweise rund ein Viertel – trage ein entsprechendes genetisches Risiko. „Da kann ich nicht 100 Prozent zum Fleischessen animieren“, betonte er. +++

Kommentar verfassen

Banner 1 336 m

Ohr boost1

336 11pt