Super-Wahltag im Süden: Baden-Württemberg wählt neuen Landtag – Bayern stimmt über Kommunalpolitik ab

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Großer Wahltag im Süden der Republik: Seit 8 Uhr sind in Baden-Württemberg die Wahllokale geöffnet. Rund 7,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Landtagswahl aufgerufen – so viele wie noch nie im „Ländle“. Darunter befinden sich etwa 650.000 Erstwähler. Denn erstmals dürfen bereits alle Bürger ab 16 Jahren über die Zusammensetzung des Landtags entscheiden. Das sogenannte Wahlalter war nach der vergangenen Landtagswahl um zwei Jahre gesenkt worden.

Gewählt werden die mindestens 120 Abgeordneten des Landtag von Baden-Württemberg für eine Amtszeit von fünf Jahren. Die Wahl findet in insgesamt 70 Wahlkreisen statt.

Schon vor der Abstimmung deutet vieles darauf hin, dass die bisherige Regierung aus Bündnis 90/Die Grünen und Christlich Demokratische Union Deutschlands ihre Zusammenarbeit fortsetzen könnte. Doch wer künftig an der Spitze der Regierung stehen wird, ist laut Umfragen völlig offen. Amtsinhaber Winfried Kretschmann von den Grünen tritt nicht erneut an.

Die CDU schickt Manuel Hagel ins Rennen. Seine Partei lag in den Umfragen über Monate deutlich vorn. Zuletzt jedoch holten die Grünen stark auf. Sie wollen Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten machen. Laut dem jüngsten Politbarometer des ZDF liegen beide Parteien praktisch gleichauf – jeweils bei 28 Prozent.

Mit deutlichem Abstand folgt in den Umfragen die Alternative für Deutschland mit ihrem Landeschef Markus Frohnmaier bei etwa 18 Prozent. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wird knapp unter zehn Prozent gesehen. Freie Demokratische Partei und Die Linke liegen laut Umfragen jeweils knapp über der Fünf-Prozent-Hürde.

Während im Südwesten um die Macht im Land gerungen wird, hat auch im Nachbarbundesland Bayern ein politischer Großtag begonnen. Dort sind ebenfalls seit 8 Uhr die Wahllokale geöffnet – für die mit Spannung erwarteten Kommunalwahlen.

Rund 10,1 Millionen Wahlberechtigte entscheiden in fast 4.000 Abstimmungen über die Zusammensetzung von Gemeinde- und Stadträten sowie Kreistagen. Gleichzeitig werden in vielen Orten Bürgermeister und Oberbürgermeister gewählt.

Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest für Ministerpräsident Markus Söder von der Christlich-Soziale Union in Bayern und seine Koalition mit den Freie Wähler. Es ist die letzte landesweite Wahl vor der nächsten Landtagswahl im Jahr 2028. Sollte die CSU schwach abschneiden, könnte das den innerparteilichen Druck auf Söder deutlich erhöhen.

Auch organisatorisch bringt die Wahl Neuerungen mit sich. Die bisherige Altersgrenze von 67 Jahren für Kandidaturen als hauptamtliche Bürgermeister oder Landräte wurde abgeschafft. Außerdem werden künftig mehr Bürgermeisterämter hauptberuflich ausgeübt. Wahlberechtigt sind allerdings weiterhin nur volljährige Bürger.

Die Spannung steigt nun in beiden Bundesländern. Um 18 Uhr schließen die Wahllokale – kurz darauf werden erste Ergebnisse aus Nachwahlbefragungen und Hochrechnungen erwartet. +++

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