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Krankenkasse weist Unternehmen Verantwortung für Krankenstand zu

In der Debatte über den hohen Krankenstand in Deutschland hat der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, die Verantwortung stärker bei den Arbeitgebern verortet. Unternehmen könnten einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit ihrer Beschäftigten leisten, wenn sie Arbeitsbedingungen und Belastungen ernsthaft in den Blick nähmen.

Gerade bei Langzeiterkrankungen wie Depressionen oder Burn-out bestehe häufig ein enger Zusammenhang mit der Arbeitszufriedenheit und den Belastungen am Arbeitsplatz, sagte Baas dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. In diesem Bereich könnten Arbeitgeber maßgeblich dazu beitragen, Erkrankungen vorzubeugen oder deren Dauer zu verkürzen. Nach Einschätzung des TK-Chefs ließe sich das Belastungspotenzial für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch gezielte Verbesserungen der Rahmenbedingungen deutlich reduzieren.

Kritisch äußerte sich Baas zu den Plänen der Bundesregierung, die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung überprüfen zu wollen. Diese Debatte setze aus seiner Sicht den falschen Schwerpunkt und lenke vom eigentlichen Problem ab. Kurzzeiterkrankungen wie etwa Erkältungen, die häufig per telefonischer Krankschreibung festgestellt würden, spielten für den Gesamtkrankenstand nur eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an den gesamten Fehltagen sei im Vergleich zu Langzeiterkrankungen gering, betonte Baas.

Zur Untermauerung seiner Argumentation verwies der TK-Vorstandschef auf aktuelle Zahlen der Krankenkasse. Demnach dauerten im Jahr 2024 rund 38 Prozent aller Krankmeldungen weniger als vier Tage, verursachten jedoch lediglich 6,9 Prozent der gesamten Fehltage. Demgegenüber entfielen auf lediglich 3,5 Prozent der Krankmeldungen, die länger als sechs Wochen dauerten, rund 45 Prozent der Gesamtfehlzeiten. Diese Zahlen zeigten deutlich, wo der Schwerpunkt der Herausforderung liege, sagte Baas. +++ adm

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