Kalihalde

Keine Lösung für Haldenwässer in Neuhof-Ellers in Sicht

Die K+S Aktiengesellschaft hat den von der Bürgerinitiative Umwelt Neuhof am Runden Tisch vorgestellten Drei-Phasen-Plan eingehend geprüft – mit einem klaren Ergebnis: Das Konzept hat sich als ungeeignet erwiesen, um die Haldenwässer des Werks Neuhof-Ellers zu reduzieren. Wie das Unternehmen mitteilt, sind zentrale technische Fragen bislang weder vom Projektteam Generationes noch von der Bürgerinitiative geklärt worden.

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich K+S mit Themen wie Entsalzung, Haldenrückbau sowie Haldenabdeckung. Doch nach zahlreichen Gesprächen sieht das Unternehmen keine Perspektive mehr für den vorgeschlagenen Plan. „Nach zahlreichen Gesprächen erwarten wir nicht mehr, dass zum Drei-Phasen-Plan noch zielführende Erkenntnisse oder Lösungen präsentiert werden“, erklärt Werkleiter Stefan Weber.

Entsalzung – Ein Konzept ohne Aussicht auf Umsetzung

Im September 2024 hatte das Projektteam Generationes am Runden Tisch eine Idee zur Entsalzung als Bestandteil des Drei-Phasen-Plans vorgestellt. Ziel war es, die Menge der Haldenwässer zu reduzieren. Für eine Entsalzung der vorliegenden Haldenwässer kommt nach Einschätzung einer Fachgruppe des Runden Tisches jedoch ausschließlich eine Eindampfung infrage.

Generationes schlug hierfür eine einstufige Eindampfung mit mechanischer Brüdenkompression vor – ein Verfahren, das weltweit etwa bei der Entsalzung von Meerwasser eingesetzt wird. Doch Meerwasser weist einen deutlich geringeren Salzgehalt auf als die stark mineralisierten Haldenwässer in Neuhof. Genau hier liegt die technische Herausforderung.

Im ersten Schritt wurde das eingebrachte Konzept technisch bewertet. Zwar hatten K+S und Generationes eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Idee gemeinsam weiterzuentwickeln, und in der Folge fanden zahlreiche Gespräche statt. Doch laut K+S konnte Generationes keinen nachvollziehbaren Weg aufzeigen, wie der enorme Energiebedarf der Eindampfung auf ein ökologisch und wirtschaftlich vertretbares Maß gesenkt werden könnte. Auch entscheidende Fragen zum Umgang mit anfallenden festen Abfallsalzen, zum Platzbedarf einer Pilotanlage sowie zum grundlegenden Ablauf des Verfahrens blieben unbeantwortet.

Haldenrückbau: Kein Mittel gegen Haldenwässer

Auch beim Thema Haldenrückbau sieht das Unternehmen keine praktikable Lösung. Ein vollständiger Rückbau der Halde Neuhof-Ellers gilt als ausgeschlossen, da im Bergwerk nicht genügend Hohlraumvolumen vorhanden ist, um das Material wieder einzubauen.

Selbst ein im Drei-Phasen-Plan vorgesehener Teilrückbau stößt laut K+S an klare Grenzen: Maschinen, Personal und Infrastruktur verfügen nur über begrenzte Kapazitäten. Um die Halde mit einer Gesamtmasse von rund 143 Millionen Tonnen erheblich zu verkleinern, wären Zeiträume von mindestens 50 Jahren erforderlich. Während dieser langen Phase könnte die Halde nicht abgedeckt werden. Die Entstehung von Haldenwässern würde in diesem Zeitraum daher nicht reduziert, da der Rückbau nur schrittweise von oben nach unten erfolgen könnte.

Nur Abdeckung der Halde reduziert Haldenwässer dauerhaft

Nach aktuellem Kenntnisstand bleibt für K+S die Abdeckung der Halde das einzige wirksame Mittel, um den Kontakt von Niederschlägen mit dem Haldenkörper dauerhaft zu verhindern und so die Entstehung salzhaltiger Haldenwässer langfristig zu vermeiden. Das Unternehmen setzt dabei auf innovative und nachhaltige Lösungen zum Schutz von Umwelt und Grundwasser.

Die größte Herausforderung stellen dabei die steilen Haldenflanken dar, die eine einfache Abdeckung physikalisch nicht zulassen. Deshalb prüft K+S weiterhin mit Nachdruck alternative Konzepte, die auch eine Konturierung der Halde zur Abflachung der Flanken einschließen.

Werkleiter Weber betont abschließend die Bereitschaft zum weiteren Dialog: „Wir setzen uns weiter dafür ein, die bisherigen Erkenntnisse sowie mögliche Maßnahmen gemeinsam zu bewerten, auch am Runden Tisch.“ +++ red.

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