Es ist eine erschütternde Bilanz, die jetzt durch die Antwort der hessischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsfraktion ans Licht kommt: Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt ist auch im Kreis Fulda längst nicht ausreichend. Allein im Jahr 2024 wurden hier 90 Frauen abgewiesen, weil das Frauenhaus schlichtweg keine freien Plätze mehr hatte. Für viele Betroffene in akuten Notsituationen bedeutet das: kein sicherer Zufluchtsort, kein Schutz vor Gewalt, keine Alternative.
Frauen suchen Frauenhäuser nicht aus Bequemlichkeit auf, sondern weil sie sich in akuter Gefahr befinden. Darauf weist Daniel May, Ansprechpartner für den Landkreis Fulda der Grünen Fraktion im Hessischen Landtag, mit Nachdruck hin. Frauen wenden sich an Frauenhäuser, wenn sie körperliche und oder psychische Gewalt erleben oder die Gefahr dafür extrem hoch ist. Jede einzelne Abweisung von Frauen und Kindern kann deshalb fatale Folgen haben. Sie bedeutet, dass Betroffene möglicherweise länger in einer Situation verharren müssen, die ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben bedroht.
Doch das Problem beschränkt sich nicht nur auf den Kreis Fulda. Landesweit kam es in Hessen im Jahr 2024 zu insgesamt 1.725 Abweisungen von Frauen und 1.394 Abweisungen von Kindern, weil die Kapazitäten in den Frauenhäusern nicht ausreichten. Trotz dieser alarmierenden Zahlen bleibt die Reaktion der Landesregierung ernüchternd. Statt konkreter Maßnahmen verweist sie lediglich auf eine noch laufende Bedarfsanalyse im Rahmen des Gewalthilfegesetzes. Greifbare Ausbauprogramme? Fehlanzeige.
Besonders bitter wird die Lage beim Blick auf den Landeshaushalt. Für das Jahr 2026 sind keine Mittel für neue Investitionsprojekte im Bereich der Frauenhäuser eingeplant. Im Gegenteil: Der entsprechende Fördertopf wurde sogar um 1,1 Millionen Euro gekürzt – und das trotz der offensichtlichen Engpässe, die sich auch im Kreis Fulda dramatisch zeigen.
Daniel May kritisiert diese Untätigkeit scharf. Die Grünen fordern ein flächendeckendes und barrierefreies Netzwerk an Schutz- und Beratungsangeboten, das von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder wirksam schützt. Die Landesregierung müsse die Bedarfsanalyse schnell abschließen und dürfe nicht länger auf Zeit spielen. Schon jetzt seien konkrete Ausbauprogramme für Frauenhäuser und Beratungsstellen notwendig, damit Schutzsuchende nicht länger vor verschlossenen Türen stehen. +++ adm











