Hessens Handel blickt ernüchtert auf das Weihnachtsgeschäft 2025

Weihnachthandel

Der hessische Handel zieht nach dem Weihnachtsgeschäft 2025 eine ernüchternde Bilanz. Eine abschließende Umfrage des Handelsverbandes Hessen zeigt deutlich, dass die Hoffnungen vieler Händlerinnen und Händler sich nicht erfüllt haben. Selbst die traditionell umsatzstarken letzten Tage vor Weihnachten konnten das Blatt nicht mehr wenden. „Auch die letzten Tage vor Weihnachten haben keine entscheidende Wende im Weihnachtsgeschäft gebracht. Die Erwartungen der hessischen Händlerinnen und Händler wurden in diesem Jahr mehrheitlich nicht erfüllt“, fasst Jochen Ruths, Präsident des Handelsverbandes Hessen, die Lage zusammen.

Rund zwei Drittel der befragten hessischen Unternehmen zeigen sich unzufrieden mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts. Die Gründe dafür liegen aus Sicht des Verbandes weniger im Angebot als vielmehr in der Stimmung der Konsumentinnen und Konsumenten. Tatjana Steinbrenner, Vizepräsidentin des Handelsverbandes Hessen, verweist auf eine anhaltende Verunsicherung: „Die Weihnachtsstimmung kam in diesem Jahr leider nicht bei den Konsumenten an.“ Die Zurückhaltung beim Geldausgeben sei spürbar gewesen und habe sich quer durch viele Branchen gezogen.

Dabei ist die Zeit rund um den Jahreswechsel traditionell noch lange nicht abgeschrieben. Steinbrenner erinnert daran, dass erfahrungsgemäß die Tage zwischen Weihnachten und Mitte Januar eine weitere umsatzstarke Phase darstellen. Viele Kundinnen und Kunden haben Urlaub und nutzen diese Zeit, um Geldgeschenke oder Gutscheine einzulösen. Gleichzeitig verändern sich jedoch die Einkaufsgewohnheiten spürbar. Konsumentinnen und Konsumenten kaufen immer kurzfristiger und bewusster ein, Second-Hand-Angebote gewinnen ebenso an Bedeutung wie Erlebnisgeschenke, die weniger materiell sind, dafür aber Erinnerungen versprechen.

Für Jochen Ruths ist das Weihnachtsgeschäft 2025 deshalb auch ein deutliches Signal an den Handel selbst. „Das diesjährige Weihnachtsgeschäft zeigt, es reicht nicht mehr zuzuschauen. Händlerinnen und Händler, die besondere Kundenerlebnisse schaffen konnten, kamen insgesamt gut durch das Jahresende“, betont er. Dennoch sieht Ruths die Verantwortung nicht allein bei den Unternehmen. Die Aufgabe, die Gesamtstimmung wieder ins Positive zu drehen, liege bei der gesamten Gesellschaft mit all ihren Akteuren – so wie es in anderen europäischen Ländern bereits zu beobachten sei. Dafür brauche es ein beherztes Handeln der Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Zugleich sei aber auch jede und jeder Einzelne aufgefordert, seinen Beitrag zu leisten.

Nicht überall fiel die Bilanz gleich schlecht aus. Etwas besser lief das Weihnachtsgeschäft bei Händlerinnen und Händlern in Stadtquartieren und Einkaufszentren sowie in den Bereichen Buch- und Schreibwaren, Sportartikel und Lebensmittel. Gerade in Zeiten des Sparens zeigt sich, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher nicht verzichten wollen: schöne, gemeinsame Momente mit Familie, Freundinnen und Freunden. Diese Sehnsucht nach Nähe und gemeinsamen Erlebnissen blieb – auch wenn sie sich nicht überall in klingelnden Kassen niederschlug. +++ adm

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