Jetzt ist es offiziell: Der Hessische Landtag hat den Landeshaushalt für 2026 beschlossen – und der hat es in sich! Trotz schwacher Konjunktur und klammer Kassen wagt die Regierung den Spagat zwischen Sparzwang und Investitions-Offensive. Die Botschaft aus Wiesbaden: Hessen will nach vorne – koste es, was es wolle!
Finanzminister Alexander Lorz spricht vom großen Startschuss für den neuen Hessenplan. Die Zahlen sind gewaltig: In den kommenden zwölf Jahren sollen satte zehn Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Infrastruktur fließen. Allein 2026 stehen dafür rund 3,9 Milliarden Euro bereit. Gleichzeitig greift das Land tief in die Trickkiste der Finanzpolitik: Die erlaubte Neuverschuldung von etwa 1,9 Milliarden Euro wird voll ausgeschöpft.
Auch bei den Kommunen klingeln die Kassen wie nie zuvor: Rekordverdächtige 7,4 Milliarden Euro gehen an Städte und Gemeinden. Für Bildung sind 6,2 Milliarden Euro eingeplant – ebenfalls ein Spitzenwert. Und obendrauf gibt es noch 220 Millionen Euro aus einem Sondervermögen. Das Geld soll in neue Polizeihubschrauber, KI-Reallabore und sogar in die Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken fließen.
Doch bei aller Investitionslaune gibt es auch einen dicken Dämpfer: Lorz kritisiert den Länderfinanzausgleich scharf. Rund vier Milliarden Euro muss Hessen voraussichtlich abdrücken – ein schwerer Brocken für den Landeshaushalt.
Parallel dreht das Land im Bildungsbereich richtig auf. Kultusminister Armin Schwarz (CDU) kündigt einen echten Geldregen für Schulen an: 6,2 Milliarden Euro fließen 2026 in den Bildungssektor, rund 400 Millionen Euro mehr als bisher – ein neuer Höchststand!
Besonders im Fokus: der Ausbau der Ganztagsbetreuung. 350 zusätzliche Stellen sollen geschaffen werden. Damit stehen künftig insgesamt 5.730 Stellen allein für den Ganztag bereit. Hintergrund ist der neue Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler, der mit dem kommenden Schuljahr startet.
Auch für Lehrer gibt es gute Nachrichten: Sie profitieren von Tarif- und Besoldungserhöhungen. Grundschullehrer steigen künftig in die Besoldungsstufe A13 auf – ein lange diskutierter Schritt.
Trotz steigender Schülerzahlen gibt sich das Ministerium optimistisch: Die Versorgung mit Lehrkräften bleibe stabil. In den vergangenen zehn Jahren wurden 11.000 zusätzliche Stellen geschaffen, die Quote unbesetzter Stellen liegt bei nur etwa 1,6 Prozent.
Und auch sozial schwächere Regionen sollen nicht abgehängt werden: Über den Sozialindex und das Startchancen-Programm werden Schulen in schwierigen Lagen gezielt unterstützt.
Unterm Strich bleibt ein Haushalt mit großen Zahlen, großen Plänen – und großen Erwartungen. Hessen setzt alles auf Zukunft. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich zeigen. +++ red.











