Der besonders frostige Winter hat auf vielen hessischen Straßen deutliche Spuren hinterlassen. Durch häufige Frost-Tau-Wechsel sind auf zahlreichen Landesstraßen Schlaglöcher entstanden. Das Hessische Verkehrsministerium reagiert darauf nun mit einem landesweiten Schlaglochprogramm. Insgesamt sollen rund sechs Millionen Euro in die Beseitigung von Frostschäden und die Sicherung der Landesstraßeninfrastruktur investiert werden.
„Der vergangene Winter hat unserem Straßennetz stark zugesetzt. Mit dem Schlaglochprogramm sorgen wir dafür, dass Schäden schnell beseitigt werden und die Verkehrssicherheit auf Hessens Straßen gewährleistet bleibt“, erklärte Verkehrsminister Kaweh Mansoori. Ziel sei es, Reparaturen zügig umzusetzen, damit Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen weiterhin zuverlässig unterwegs sein können.
Im Mittelpunkt des Programms stehen zunächst kleinere Reparaturmaßnahmen im gesamten Landesstraßennetz. Für diese Fahrbahnunterhaltungsarbeiten stehen in diesem Jahr aufgrund des im Vergleich zu den Vorjahren deutlich höheren Frostschadensumfangs zusätzlich drei Millionen Euro zur Verfügung.
Auch Hessen Mobil arbeitet bereits an der Schadensbeseitigung. Präsident Heiko Durth erklärte, dass die Straßenmeistereien derzeit Bestandsaufnahmen im Straßennetz durchführen, um frostbedingte Schäden zu erfassen und geeignete Maßnahmen festzulegen. „Um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen, haben wir in den vergangenen Wochen auch bereits begonnen, akute Schlaglöcher mit Kaltmischgut zu verfüllen“, sagte Durth.
Hessenweit wurden in diesem Jahr bereits fast 38.000 Fahrbahnschäden auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen beseitigt. Davon entfielen allein fast 25.000 auf Landesstraßen. Addiert man Material-, Personal- und Anfahrtskosten, kostet die Beseitigung eines einzelnen Schlaglochs mit Kaltmischgut nach Angaben von Hessen Mobil im Schnitt rund 500 Euro. Die Arbeiten werden noch mehrere Wochen andauern.
Im Anschluss sollen größere Fahrbahnschäden dauerhaft behoben werden. Dafür setzt Hessen Mobil auf Heißmischgut, mit dem zusammenhängende Flicken hergestellt werden können. Diese Reparaturen können nach Angaben der Behörde über viele Jahre halten.
Neben den kleineren Maßnahmen sind außerdem vier zusätzliche größere Bauvorhaben vorgesehen, deren Gesamtumfang auf rund 2,5 bis drei Millionen Euro geschätzt wird. Sie dienen ebenfalls vorrangig der Beseitigung von Schlaglöchern. Geplant sind Arbeiten auf der L 3024 am Sandplacken am Feldberg, auf der L 3292 in der Ortsdurchfahrt Schlüchtern-Wallroth, auf der L 3009 zwischen Langenselbold und Hüttengesäß sowie auf der L 3258 von der Landesgrenze Bayern/Hessen in Richtung Ebersburg-Thalau.
Die Umsetzung der Maßnahmen ist für die kommenden Monate vorgesehen. Aufgrund notwendiger bauvertraglicher Vorbereitungen sowie Abstimmungen mit Verkehrsbehörden, Kommunen und Betreibern des Schulbusverkehrs wird ein Großteil der Arbeiten voraussichtlich bis zum Sommer 2026 abgeschlossen sein.
Schlaglöcher entstehen häufig durch Frost-Tau-Wechsel im Winter. Dabei dringt Wasser in kleine Risse der Fahrbahn ein, gefriert und dehnt sich aus. Beim anschließenden Auftauen entstehen Hohlräume, die unter der Belastung durch den Verkehr aufbrechen können. Nach besonders kalten Wintern steigt deshalb der Bedarf an kurzfristigen Instandsetzungsmaßnahmen deutlich an. +++









