Hessen zieht die Zügel an: Mit dem neuen Gemeinsamen Finanzermittlungszentrum, kurz GFEZ, geht das Land so konsequent wie nie zuvor gegen Organisierte Kriminalität und Finanzdelikte vor. Die Mitte des Jahres gegründete Einrichtung vereint erstmals die Kräfte von Justiz, Innen- und Finanzressort unter einem Dach. Staatsanwaltschaft, Polizei und Steuerfahndung arbeiten hier Seite an Seite, um illegale Vermögenswerte aufzuspüren, Geldwäsche zu bekämpfen und kriminelle Strukturen langfristig zu zerstören. Das GFEZ ist damit ein zentraler Baustein der hessischen Sicherheitsstrategie – und setzt ein Kernprojekt des Koalitionsvertrags um.
Ministerpräsident Boris Rhein bringt es unmissverständlich auf den Punkt: „Mit dem GFEZ setzen wir ein klares Signal: Wer in Hessen kriminelle Geschäfte betreibt, wird nicht nur strafrechtlich verfolgt – wir nehmen ihm auch das Geld weg.“ Für ihn ist das Zentrum ein entscheidender Schritt, um die Integrität des Finanzsystems zu schützen und das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat zu stärken. Organisierte Kriminalität bekämpfe man mit aller Konsequenz – und das GFEZ sei dafür ein zentrales Werkzeug.
Auch Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz formuliert es drastisch: „Geld ist der Treibstoff der Organisierten Kriminalität. Mit dem GFEZ ziehen wir den Täterinnen und Tätern den Stecker.“ Durch die engmaschige Kooperation der beteiligten Ressorts könne man Finanzströme lückenlos nachverfolgen, Vermögen sichern und damit den Boden für weitere Straftaten entziehen. Für ihn ist das GFEZ ein Meilenstein der Strafverfolgung in Hessen.
Innenminister Professor Dr. Roman Poseck macht deutlich, dass Organisierte Kriminalität längst nicht mehr in klassischen Schubladen funktioniert: „Sie kennt keine Ressortgrenzen.“ Genau deshalb sei die gemeinsame Arbeit des Zentrums so entscheidend. Polizei, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft bündeln ihre Kompetenzen, um Täter nicht nur festzusetzen, sondern deren Strukturen dauerhaft zu zerschlagen. Diese enge Zusammenarbeit erhöhe die Sicherheit im ganzen Land.
Justizminister Christian Heinz verweist auf die bereits erzielten Erfolge: „Wer die Organisierte Kriminalität bekämpfen will, der muss ihre Finanzströme austrocknen.“ Die hessischen Staatsanwaltschaften und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hätten allein 2024 über 43 Millionen Euro endgültig aus kriminellen Kreisläufen entzogen und der Staatskasse zugeführt. Doch mit dem GFEZ gehe Hessen nun noch einen Schritt weiter – und übernehme bundesweit eine Vorreiterrolle. Die Aktivitäten würden verstärkt, der Druck auf die Organisierte Kriminalität deutlich erhöht.
Doch was genau ist das GFEZ?
Es handelt sich um eine dauerhafte gemeinsame Einrichtung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, des Hessischen Landeskriminalamtes und der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main. Seit Sommer 2025 sitzen hier Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, Polizeibeamtinnen und -beamte sowie Steuerfahnderinnen und -fahnder zusammen, um Finanzermittlungen in Fällen Organisierter Kriminalität durchzuführen – direkt, konzentriert und ressortübergreifend.
Die Aufgaben des GFEZ sind breit gefächert und hocheffektiv angelegt: Es führt eigenständig Finanzermittlungen, deckt illegale Vermögenswerte, Unternehmensgeflechte, Finanzströme, Geldwäschehandlungen und Steuerhinterziehungen auf. Ganz nach dem Prinzip „Follow the Money“ dockt es an laufende Ermittlungen an und verfolgt das Ziel, kriminelle Strukturen durch die konsequente Abschöpfung von Vermögen lahmzulegen. So sollen Täter dauerhaft handlungsunfähig gemacht werden.
Das GFEZ ermittelt überall dort, wo Organisierte Kriminalität wirkt – etwa bei Drogenhandel, Waffenhandel, Menschenhandel, Umsatzsteuerdelikten, schwerer Steuerhinterziehung, Straftaten gegen ältere Menschen und Geldwäsche. Besonders innovativ ist dabei die direkte Zusammenarbeit der beteiligten Behörden: Durch die sprichwörtlich „zusammengeschobenen Schreibtische“ wird erstmals ein ganzheitlicher, schneller und effektiver Ermittlungsansatz möglich.
Das Zentrum ist damit ein Novum in der deutschen Sicherheitslandschaft. Kriminalität ist heute global und digital – und genau deshalb müssen alle Fachkompetenzen gebündelt werden. Die schnelle Kommunikation, der direkte Austausch und die konzentrierte Expertise ermöglichen es, Täterstrukturen nicht nur aufzudecken, sondern regelrecht zu entkernen.
Die Landesregierung erwartet von dem neuen Zentrum klare Erfolge: Täter sollen nicht nur verurteilt, sondern ihre Netzwerke und wirtschaftlichen Grundlagen zerstört werden. Illegale Vermögenswerte werden abgeschöpft, Finanzverflechtungen aufgedeckt und verhindert, dass kriminelle Gruppen nach einer Verurteilung einfach mit neuen Köpfen weitermachen. Das GFEZ ist damit ein Schlüsselelement für mehr Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit in Hessen – und ein deutliches Signal an alle, die glauben, mit kriminellen Geschäften ungestört weiterzukommen.
In Hessen gilt ab jetzt: Wer mit Geld Verbrechen ermöglicht, verliert es. Und zwar endgültig. +++









