Hessen investiert 20 Millionen – Laser-Power für die Energie der Zukunft

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Wirtschaftsminister Mansoori übergab Förderbescheid von 20 Mio. Euro. Foto: HMWVW

Hessen greift tief in die Tasche – und setzt auf eine Technologie, die die Energieversorgung revolutionieren soll. Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori hat dem Laserfusionsunternehmen Focused Energy in Darmstadt einen Förderbescheid über satte 20 Millionen Euro überreicht. Das Geld fließt in Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die die Grundlage für den Bau und Betrieb eines künftigen Fusionskraftwerks schaffen sollen. Die Botschaft ist klar: Hessen will ganz vorne mitspielen, wenn es um die Energie von morgen geht.

Mit der offiziellen Übergabe des Förderbescheids macht das Land deutlich, dass es Laserfusion als strategische Zukunftstechnologie sieht. Die zusätzlichen 20 Millionen Euro sollen Focused Energy Rückenwind geben und Hessen als führenden Standort für diese Hochtechnologie etablieren. Die Landesregierung setzt dabei auf das enorme technologische Potenzial des Unternehmens und auf langfristige wirtschaftliche Effekte für den Standort Hessen.

Wirtschaftsminister Mansoori bringt es auf den Punkt: Die Entwicklung der Fusionsenergie sei eine strategische Zukunftsaufgabe. Dafür brauche es einen engen Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Hessen biete mit leistungsstarker Infrastruktur und innovationsfreundlicher Politik beste Voraussetzungen, damit Zukunftstechnologien wie die Fusionsenergie hier wachsen können. Das Land habe die Bedeutung von Focused Energy früh erkannt und handle nun entschlossen.

Die Förderung ist zugleich ein lautes Signal an Industrie und Forschung. Hessen soll Modellregion für eine neue europäische Fusionsindustrie werden. Ein Teil der Mittel fließt an den Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Biblis. Dort sollen Spitzenforschung und Industrie gemeinsam an einem neuen Industriezweig arbeiten – der wirtschaftlichen Nutzung der Laserfusion.

Auch Wissenschaftsminister Timon Gremmels sieht große Chancen. Innovation beginne in Forschung und Wissenschaft, betont er. Die Fusionstechnologie könne langfristig, ergänzend zu erneuerbaren Energien, die weltweite Energieversorgung revolutionieren. Focused Energy sei ein Paradebeispiel dafür, wie aus universitärer Forschung – mit Wurzeln an der TU Darmstadt – ein erfolgreiches Start-up entsteht. Wenn Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand arbeiteten, ließen sich die Weichen für eine klimaneutrale und zugleich wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft stellen.

Für Focused Energy selbst ist die Förderung ein Meilenstein. Mitgründer und CEO Thomas Forner spricht von Rückenwind für den eingeschlagenen Kurs. Das Ziel sei klar: In Biblis soll das weltweit erste Laserfusionskraftwerk entstehen.

Gemeinsam mit dem Energiekonzern RWE entwickelt Focused Energy am früheren Kernkraftwerksstandort in Biblis einen Fusionsforschungs- und Innovationscampus. RWE ist strategischer Partner und hat sich kürzlich mit zehn Millionen Euro am Unternehmen beteiligt. Damit beginnt eine enge Zusammenarbeit, die auch das industrielle Know-how und das Netzwerk des Konzerns einbezieht. Als früherer Betreiber des Standorts unterstützt RWE die Umwandlung des Kernkraftwerks in ein Laserfusionskraftwerk und hilft beim Aufbau der Strukturen, die für eine schnelle Kommerzialisierung nötig sind.

Biblis punktet dabei mit klaren Standortvorteilen. Die vorhandene Infrastruktur und die bestehenden Kraftwerksanlagen bieten ideale Bedingungen für den schnellen Aufbau eines Laserfusionskraftwerks. Eine Machbarkeitsstudie mit dem Titel „From Fission to Fusion“ bestätigt das große Potenzial des Standorts für die industrielle Skalierung der Fusionsenergie. Hessen positioniert sich damit als Modellregion für die wirtschaftliche und ökologische Transformation ehemaliger Kraftwerksstandorte.

Die Förderbescheid-Übergabe krönt zugleich ein richtungsweisendes Erfolgsjahr für Focused Energy. Dazu zählen das Memorandum of Understanding für Biblis, der Start der Zusammenarbeit mit RWE und der Ausbau eines starken Ökosystems für die Fusionsindustrie. Partner wie RWE, Trumpf, Schott Zeiss, Heraeus, Everllence und Bilfinger sind bereits an Bord. Rückenwind kommt auch aus Berlin: Die Fusionsenergie ist im Koalitionsvertrag verankert, Teil der Hightech-Agenda der Bundesregierung und Schwerpunkt des Aktionsplans „Deutschland auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“.

Die Förderung aus Hessen ist damit auch ein klares Signal Richtung Bund und EU. In der Ende Juli 2025 veröffentlichten Hightech-Agenda der Bundesregierung wird Kernfusion als Schlüsseltechnologie für die künftige Energieversorgung und technologische Souveränität Deutschlands genannt. Zwei Milliarden Euro für die Fusionsforschung stehen im Raum.

Wirtschaftsminister Mansoori macht deutlich, dass Hessen Verantwortung übernehmen will. Das Land verfüge über Forschungslandschaft, Industrie und Infrastruktur, um ein Jahrhundertprojekt wie die Fusionsenergie umzusetzen. Die fortgesetzte Förderung von Focused Energy unterstreicht den Anspruch, gemeinsam mit Bund und EU die Ziele der Hightech-Agenda zu erreichen und Biblis zum Standort des ersten kommerziellen Fusionskraftwerks in Deutschland zu machen.

Mit den neuen Mitteln erhält das Projekt zusätzliche Planungssicherheit für die nächste Entwicklungsphase. Im Fokus steht nun der Schritt von der Forschung hin zur industriellen und wirtschaftlichen Umsetzung. Für Chief Science Officer und Mitgründer Prof. Markus Roth ist klar: Fusionsenergie ist ein echter Gamechanger. Sie bietet die Chance auf eine nachhaltige und sichere Energieversorgung und verbindet wissenschaftliche Innovation mit industrieller Stärke – weit über den Energiesektor hinaus. +++

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