Grüne im Kreis Fulda richten den Blick nach vorn – Erste Mitgliederversammlung nach der Kommunalwahl

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Der erste Auftritt nach der Kommunalwahl gerät nicht zur Abrechnung, sondern zur Standortbestimmung. Als sich die Grünen des Kreisverbands Fulda im Alten Casino in Petersberg zur Kreismitgliederversammlung treffen, ist der Saal gut gefüllt. Mehr als 40 Mitglieder sind gekommen, dazu Gäste, die sich unter die Kommunalpolitiker mischen. Es ist ein Abend, der zeigt: Die Partei ist intakt, diskussionsfreudig – und fest entschlossen, nach vorn zu schauen.

Vertreten sind alle sieben Ortsverbände. Die Stimmung wirkt konzentriert, aber nicht gedrückt. Was sich schon vor der Wahl angedeutet hatte, bestätigt sich nun: Die Grünen haben Lust auf Kommunalpolitik. Moderiert wurde der Abend von Marie-Luise Puls, die künftig die Stadtfraktion in Fulda führen wird – eine Rolle, die an diesem Abend bereits sichtbar Kontur gewinnt.

Die Analyse des Wahlergebnisses fällt nüchtern aus. Kein Höhenflug, aber eben auch kein Absturz. Carl Vogel vom Stadtverband bringt es auf den Punkt: Die Stammwählerschaft sei erreicht worden, die Basis stabil geblieben. Besonders zufrieden zeigt man sich mit dem Ergebnis in Petersberg, wo die Grünen ihr Resultat von 2021 sogar verbessern konnten. Puls spricht von einem selbstbewussten, aber realistischen Blick auf die kommende Legislaturperiode – ein Satz, der die Grundhaltung des Abends gut beschreibt.

Doch Einigkeit bedeutet nicht Einförmigkeit. Vor allem bei der Frage nach den Wahlplakaten wird es lebhaft. Zu viele oder zu wenige? Auffällig genug oder zu beliebig? Haben sie die richtigen Themen gesetzt – und überhaupt noch die richtige Wirkung entfaltet? Dass die Petersberger Grünen komplett auf Plakate verzichtet haben, ohne dafür abgestraft zu werden, gibt der Debatte zusätzliche Schärfe. Es ist eine dieser Diskussionen, in denen sich strategische Grundfragen verbergen: Wie erreicht man Wählerinnen und Wähler heute noch?

Deutlich weniger strittig fällt das Urteil über den digitalen Wahlkampf aus. Knut Heiland, Vorsitzender des Kreisverbands, spricht von starken Zuwächsen in den sozialen Medien. Der strukturierte Ansatz habe sich ausgezahlt: Ein klarer Fahrplan, konsequent umgesetzt, getragen von allen Ortsverbänden und Fraktionen. Der Wahlkampf, so Heiland, sei „lebendig“ und „echt“ gewesen – und habe offenbar genau das vermittelt, was die Partei ausmachen will.

Auch organisatorisch zieht man eine positive Bilanz. Andreas Böhm, Kreisgeschäftsführer, verweist auf den erheblichen Aufwand hinter den Kulissen: 15 Wahlkampfstände, Flyeraktionen, Plakatierungen – und ein Social-Media-Team, das die verschiedenen Ebenen der Partei zusammengeführt habe. Hunderte Kandidaten seien angetreten, ein Engagement, das Böhm sichtbar beeindruckt.

Am Ende steht kein Triumph, aber auch keine Resignation. Eher ein kollektives Schulterklopfen mit klarem Blick nach vorn. Marie-Luise Puls formuliert es zum Abschluss so, wie es wohl viele im Raum empfinden: Grün werde auch künftig relevant bleiben. Ein Satz, der weniger wie eine Parole klingt als wie eine leise Selbstvergewisserung. +++ red.

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