Fulda steht am kommenden Samstag im Fokus der politischen Aufmerksamkeit: Dort soll ein hessischer Landesverband der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ gegründet werden. Begleitet wird das Vorhaben von angekündigten Gegenprotesten – und einer klaren Botschaft aus dem Innenministerium. Hessens Innenminister Roman Poseck macht unmissverständlich deutlich, dass der Staat vorbereitet ist und zugleich auf Deeskalation setzt.
Seit Dezember 2025 entstehen bundesweit Landesverbände der neuen AfD-Jugendorganisation. Die bisherigen Veranstaltungen blieben überwiegend ruhig, auch wenn es regelmäßig Proteste gab. In Fulda nun erwartet man eine ähnliche Gemengelage – allerdings wohl in kleinerem Maßstab als noch Ende November in Gießen, wo ein bundesweit beachteter Gründungskongress zahlreiche Demonstranten aus dem gesamten Bundesgebiet anzog.
„Das Wochenende in Fulda wird aller Voraussicht nach nicht die Dimension haben, die wir Ende November in Gießen erlebt haben“, erklärte Poseck im Vorfeld. Während Gießen eine besondere symbolische Strahlkraft hatte, rechnet man in Fulda eher mit einer landesweiten Mobilisierung. Dennoch: Die Sicherheitsbehörden nehmen die Lage ernst.
Die Polizei bereitet sich unter Führung des Polizeipräsidiums Osthessen intensiv auf den Einsatz vor. Ein Großaufgebot soll vor Ort sicherstellen, dass die Lage unter Kontrolle bleibt und der Rechtsstaat „umfassend zur Geltung“ kommt, wie es der Minister formuliert. Unterstützt werden die Kräfte aus Osthessen von Beamtinnen und Beamten des Hessischen Polizeipräsidiums Einsatz. Parallel dazu laufen enge Abstimmungen mit den Kommunen sowie dem Landesamt für Verfassungsschutz.
Denn auch auf Seiten der Gegendemonstranten regt sich Widerstand: Neben zivilgesellschaftlichen Initiativen wird laut Behördenangaben auch innerhalb der linksextremistischen Szene in Hessen zur Anreise mobilisiert. Der Verfassungsschutz steht deshalb im kontinuierlichen Austausch mit Sicherheitsbehörden auf Landes- und Bundesebene.
Poseck zeigt Verständnis für die Sorgen vieler Bürger angesichts möglicher rechtsextremer Einflüsse. Die neue Jugendorganisation habe bereits bei ihrer Gründung in Gießen ein entsprechendes „Gesicht gezeigt“, so der Minister. Dennoch zieht er eine klare Grenze: „Der Zweck heiligt nicht die Mittel.“ Weder Gewalt noch rechtswidrige Blockaden seien zu rechtfertigen – auch nicht im Namen des Protests.
Mit Nachdruck appelliert Poseck an alle Beteiligten, sich friedlich und im Rahmen der Gesetze zu verhalten. Übergriffe oder Gewaltaktionen seien nicht nur Angriffe auf den Rechtsstaat, sondern schadeten auch dem legitimen Anliegen des Protests. Besonders der respektvolle Umgang mit den Einsatzkräften sei entscheidend – ein Punkt, bei dem es in Gießen noch deutliche Defizite gegeben habe. „Das sollte sich in Fulda nicht wiederholen“, mahnt der Innenminister.
Die Ausgangslage ist damit klar: Die Fronten sind abgesteckt, die Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Fulda steht ein politisch aufgeladenes Wochenende bevor – mit der Hoffnung, dass es trotz unterschiedlicher Positionen friedlich bleibt. +++










