In Fulda-Johannesberg rufen hessenweit aktive Organisationen zu Protesten gegen die geplante Gründung der AfD-Jugend Hessen am 28. März 2026 auf. Hintergrund ist die angekündigte Neugründung der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ im Bundesland Hessen.
Die Alternative für Deutschland greife grundlegende Werte und Überzeugungen an und stelle Prinzipien infrage, für die die aufrufenden Organisationen stünden, heißt es in dem Aufruf. Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Mitarbeitende werden daher zur Teilnahme an den Protesten am Samstag, 28. März, in Fulda-Johannesberg mobilisiert.
Die beteiligten zivilgesellschaftlichen Organisationen engagieren sich eigenen Angaben zufolge in unterschiedlichen Bereichen für eine demokratische, soziale, nachhaltige und an den Menschenrechten orientierte Gesellschaft. In der als extrem rechts eingeordneten AfD sehen sie eine erhebliche Bedrohung für die Demokratie. Dass die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ ausgerechnet in Hessen, wo viele der Organisationen aktiv sind, einen Landesverband gründen wolle, solle nicht unwidersprochen bleiben.
Zugleich richten die Initiatoren einen Appell an politische Entscheidungsträger auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Diese müssten sich klar gegen Rechtsextremismus positionieren, ihm den Nährboden entziehen und die Demokratie entschlossen verteidigen. Statt gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen, gelte es, den Zusammenhalt zu stärken. Kindern und Jugendlichen müssten Perspektiven in einer solidarischen Gesellschaft eröffnet werden. Kürzungen im sozialen Bereich und in der Bildung dürfe es daher nicht geben.
Um insbesondere junge Menschen für die Gefahren rechtsextremer Ideologien zu sensibilisieren, fordern die Organisationen zudem eine stärkere Demokratiebildung. In Hessen müsse das angekündigte Demokratieförderungsgesetz umgesetzt werden, das CDU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hätten.
Inhaltlich stehe das Programm der AfD den ethischen Überzeugungen der Organisationen in zahlreichen Punkten entgegen. Kritisiert werden unter anderem völkisch-nationalistische Positionen, durch die Teilen der Bevölkerung die Zugehörigkeit zu Deutschland abgesprochen werde, etwa aufgrund von Migrations- oder Fluchtgeschichte. Zudem werfe man der Partei ein rückwärtsgewandtes Frauen- und Familienbild vor sowie die Ablehnung anderer Lebensentwürfe. Auch die Wirtschafts-, Steuer- und Sozialpolitik der AfD ziele darauf ab, soziale Ungleichheiten weiter zu verstärken.
Darüber hinaus werfen die Initiatoren der AfD vor, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel zu leugnen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu verbreiten. Die Organisationen betonen, sie stellten sich entschieden gegen Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Sexismus, Antifeminismus sowie gegen Feindlichkeit gegenüber LGBTIQ*-Personen und Menschen mit Behinderung. Sie verstünden sich als Vertreter einer vielfältigen, offenen und nachhaltigen Gesellschaft und sähen sich durch die AfD unter Druck gesetzt.
Die geplante Neugründung des Landesverbands der AfD-Jugend in Fulda wollen die Organisationen nach eigenen Angaben nutzen, um ihre Werte öffentlich zu bekräftigen. Dem Versuch, die Gesellschaft zu spalten, solle ein Appell für Solidarität und Zusammenhalt entgegengesetzt werden.
Für Samstag, 28. März 2025, sind in Fulda mehrere Aktionen angekündigt. Das Bündnis Fulda stellt sich Quer ruft zu einer Demonstration nach Johannesberg auf, die um 10.00 Uhr am Parkplatz Aueweiher beginnen soll. Um 10.30 Uhr ist vor dem Bürgerhaus Johannesberg, dem Tagungsort der AfD-Jugend, der Start eines Demokratiefestes geplant. +++











