Es ist diese Art von Ort, die man nicht sucht und doch sofort vermisst, wenn es sie noch nicht gibt: ein Platz zwischen Natur und Alltag, zwischen Vogelstimmen und Kaffeetassenklirren. Am städtischen Umweltzentrum in der Fulda-Aue entsteht genau so ein Treffpunkt – einer, der nicht laut daherkommt, sondern leise verspricht, was viele sich wünschen: Zeit miteinander.
„Firlefranz“ heißt der neue Genussgarten, der am 1. Mai 2026 eröffnet. Hinter dem Projekt stehen Paul Pawlowski-Rothenbücher und Christoph Jestädt, in Fulda keine Unbekannten. Zwei, die wissen, wie man Orte schafft, an denen Menschen bleiben wollen. Und diesmal ist es nicht die Innenstadt, nicht das urbane Dach über den Dingen, sondern bewusst das Grün, die Weite, das Dazwischen.
Ihr Konzept wirkt dabei fast beiläufig – und gerade deshalb durchdacht. Rhöner Blechkuchen, Kaffeespezialitäten von Reinholz, frischgezapftes Bier, Bratwurst. Dinge, die man kennt. Dinge, die funktionieren. Doch der Firlefranz will mehr sein als ein Ort zum schnellen Verzehr. Picknickdecken werden ausgegeben, Spiele können ausgeliehen werden: Fußball, Federball, Wikinger-Schach. Es ist ein Angebot, das nicht konsumiert, sondern genutzt werden will.
„Wir möchten, dass sich hier Groß und Klein wohl fühlen und gemeinsam eine gute Zeit verbringen können“, sagt Pawlowski-Rothenbücher. Es ist ein Satz, der schnell gesagt ist – und doch steckt darin die eigentliche Idee: Begegnung. Wer sein bisheriges Projekt kennt, weiß, dass solche Sätze hier nicht bloß Versprechen bleiben.
Geöffnet ist der Genussgarten mittwochs und donnerstags von 14 bis 21:30 Uhr, freitags bis sonntags sowie an Feiertagen bereits ab 11 Uhr. Die Saison ist bis Ende Oktober geplant – also genau so lange, wie das Wetter trägt und die Tage einladen, draußen zu sein.
Auch beim Umweltzentrum selbst sieht man die Entwicklung als logischen Schritt. Geschäftsführerin Marion Gottschalk spricht von einer Öffnung nach außen, die mit der Neugestaltung zur Landesgartenschau begonnen habe. Das Gelände sei längst mehr als ein Lernort, vielmehr ein Raum für Aufenthalt geworden. Der Firlefranz füge sich darin ein – nicht als Fremdkörper, sondern als Verlängerung dieser Idee.
Fast beiläufig entsteht so ein kleines Ensemble: Denn nur wenige Schritte entfernt wächst bereits das nächste Projekt heran. Die neue Miniaturgolf-Anlage „MiniNaturGolf“ wird am 9. Mai offiziell eröffnet – zunächst vorsichtig, mit begrenztem Zugang, damit der frisch angelegte Rasen anwachsen kann. Ein Detail, das zeigt, wie viel Wert hier auf das Ganze gelegt wird. Pünktlich zum Beginn des Hessentages am 12. Juni soll die Anlage vollständig in Betrieb gehen.
Betrieben wird sie ebenfalls vom Team des Firlefranz. Schläger, Bälle, ein kurzer Weg zwischen Spiel und Pause, zwischen Aktivität und Ausruhen. Es sind diese Übergänge, die den Reiz ausmachen.
Am Ende ist es vielleicht genau das, was diesen Ort auszeichnen wird: kein großes Versprechen, keine spektakuläre Neuerfindung – sondern die Rückkehr zu etwas Einfachem. Ein Stück Wiese, ein Stück Zeit, ein bisschen Gemeinschaft. Und die leise Ahnung, dass man genau das manchmal viel zu selten hat. +++ red.










