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Der Wunsch vieler Menschen ist klar: möglichst lange selbstständig im eigenen Zuhause leben – gerade im Alter. Doch nicht immer lässt sich dieser Wunsch erfüllen. Wie wichtig in solchen Fällen verlässliche Unterstützung ist, machte der Besuch von Sozialdezernent Patrick Krug im AWO Sozialzentrum in Lauterbach deutlich. „Gerade dann ist es ein Gewinn, dass es Einrichtungen wie das AWO Sozialzentrum in Lauterbach gibt“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete beim Austausch vor Ort am Bilsteinweg.
Im Kaminzimmer des Sozialzentrums traf Krug auf Einrichtungsleiterin Sylvia Motz-Sattler, Pflegedienstleiter Christoph von Keitz, Serviceleiterin Heidrun Wittmann, Sozialdienstleiterin Loreen Reul sowie Verwaltungsmitarbeiterin Silvia Bergmann. Gemeinsam sprachen sie über die drängenden Themen, die die Pflegebranche derzeit stark beschäftigen.
Denn die Herausforderungen im Pflegebereich sind vielfältig und deutlich spürbar. Steigende Kosten, zunehmender Personalmangel, umfangreiche bürokratische Anforderungen sowie eine wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen stellen sowohl ambulante als auch stationäre Einrichtungen vor große Aufgaben. Hinzu kommt, dass viele Pflegebedürftige heute höhere Pflegegrade aufweisen – eine Entwicklung, die Pflegekräfte, Verwaltung und Angehörige gleichermaßen fordert.
Besonders schwierig gestaltet sich vielerorts die Suche nach zusätzlichem Personal. Ob in der Pflege, in der Küche oder in der Hauswirtschaft – qualifizierte Kräfte zu finden, gleiche oft einem Glücksfall, berichteten Einrichtungsleitung, Pflegedienst- und Serviceleitung. Auch die neu geregelte Pflegeausbildung, die Alten- und Krankenpflege zusammenführt, habe Veränderungen mit sich gebracht. Die Ausbildung gilt als anspruchsvoller, gleichzeitig eröffnen sich für examinierte Fachkräfte danach mehr berufliche Möglichkeiten – was den Wettbewerb um Personal weiter verschärft.
Für Sozialdezernent Krug steht fest, dass diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig Zusammenarbeit in der Pflege ist. „Herausforderungen wie diese machen deutlich, dass Pflege – ob zu Hause durch Angehörige, stationär oder ambulant – vielerorts gemeinsam besser funktioniert“, unterstrich er.
Um Betroffene und ihre Familien zu unterstützen, setzt der Vogelsbergkreis auf umfassende Beratungsangebote. Dazu zählen unter anderem der Pflegestützpunkt sowie die Fachstelle Prävention im Alter (PrimA). Diese und weitere Stellen arbeiten eng mit Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegeeinrichtungen zusammen. Ziel ist es, Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
„Zu Hause alt werden ist für viele das Ziel, und dafür stehen bei der Kreisverwaltung einige Unterstützungsangebote zur Verfügung“, erklärte Krug. Erst wenn die Pflege im häuslichen Umfeld nicht mehr möglich sei, komme der stationären Betreuung eine entscheidende Rolle zu. Verlässliche Angebote gebe es dafür sowohl in Lauterbach als auch im gesamten Kreis.
Angesichts der großen Herausforderungen kündigte der Sozialdezernent zudem an, die kreisweite Seniorenhilfeplanung weiter voranzutreiben. Damit sollen Lösungen entwickelt werden, um den steigenden Anforderungen in der Pflege künftig noch besser begegnen zu können.











