Die regionale Gründerszene wächst weiter: Mit dem Start-up Foxira haben die Brüder Sven und Bernd Schickentanz ein Unternehmen gegründet, das von Fulda aus das Indie-Game „Lepusona“ auf den Markt bringen will. Indie-Spiele entstehen unabhängig von großen Publishern und werden eigenständig entwickelt und finanziert.
Sven Schickentanz studierte ebenso wie der Informatiker Simon Keller an der Hochschule Fulda. Keller gehörte zunächst fest zum Team, entschied sich jedoch gegen eine Mitgründung, um am Promotionszentrum Angewandte Informatik zu promovieren. Dem Start-up bleibt er weiterhin als freier Mitarbeiter verbunden.
Zur Unternehmensgründung gratulierten Hochschulpräsident Karim Khakzar und die Vizepräsidentin für Forschung und Transfer, Martina Ritter. Die Hochschule sehe sich in der Verantwortung, die Region aktiv mitzugestalten und zur Wertschöpfung vor Ort beizutragen, betonte Khakzar. Die Unterstützung von Gründerinnen und Gründern sei ein zentraler Bestandteil dieser gesellschaftlichen Verantwortung.
Ritter verwies auf die umfassende Förderung durch die Hochschule. Diese begleite Gründerinnen und Gründer auf ihrem Weg zum eigenen Unternehmen, stelle Räume bereit, biete Beratung an und unterstütze bei der Einwerbung eines Exist-Gründungsstipendiums. Die Gründungs- und Innovationskultur solle künftig weiter gestärkt werden.
Auch Sven und Bernd Schickentanz erhielten ein solches Exist-Gründungsstipendium, das ihnen für ein Jahr die notwendige finanzielle Grundlage sicherte. Das Programm des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Europäischen Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) fördert gezielt Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft. Neben finanzieller Sicherheit habe die Förderung vor allem den Zugang zu einem starken Netzwerk und wertvollen Kontakten ermöglicht, sagte Sven Schickentanz. Dadurch habe sich das Team vollständig auf die Entwicklung seines Projekts konzentrieren können.
Mit „Lepusona“ will Foxira den Markt mit einer besonderen Spielidee überzeugen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte eines adeligen Hasen, der seiner Berufung als Barde folgt. Gemeinsam mit seiner Schwester verlässt er seine Herkunft und taucht in eine von deutschen Mythen und Fabelwesen geprägte Waldwelt ein. Für die Gestaltung griffen die Entwickler auf lokale kulturelle Einflüsse zurück, in die typische Fabelwesen aus verschiedenen Regionen Deutschlands eingeflossen seien.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Musik. Sie dient nicht nur der Atmosphäre, sondern bildet die grundlegende Spielmechanik. Rhythmus und Melodie beeinflussen Gegner, Umwelt und emotionale Zustände, während sich die Musik des Protagonisten an die Handlungen der Spielenden anpasst – je nachdem, ob diese friedlich oder aggressiv, ängstlich oder mutig agieren. Aus dieser Wechselwirkung entstehe eine besondere Dynamik, bei der Stimmung und Klang das Spielerlebnis prägen.
Erste Teile des Spiels sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden, die vollständige Version ist für 2027 geplant. Nach Angaben der Hochschule ist Foxira bereits das zweite Gaming-Start-up innerhalb von zwei Jahren, das aus der Hochschule Fulda hervorgegangen ist und seinen Sitz in der Region hat.
Lange Zeit habe der Gaming-Bereich sowohl deutschlandweit als auch regional wenig Aufmerksamkeit erhalten, obwohl er zu den Wachstums- und Innovationsbranchen zählt. Der Markt gilt als groß, der Anteil deutscher Entwickler an den Erlösen jedoch bislang als gering. Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr mit höheren Fördersummen ein Signal für die zunehmende Bedeutung der Games-Branche in Deutschland gesetzt. +++ red.











