Klare Worte, deutliche Appelle und ein gemeinsames Ziel: Im Gespräch mit Vertretern des Turnvereins Lauterbach macht Landrat Dr. Jens Mischak unmissverständlich klar, worum es jetzt geht. „Wenn man die Situation für die Leichtathletik verbessern will, geht das nur in Kombination mit der Förderung. Und um dieses Geld vom Bund zu bekommen, dürfen wir nicht länger ein Bild der Zerrissenheit abgeben. Wir müssen uns unterhaken und gemeinsam alles unternehmen, um von der Sportmilliarde profitieren zu können“, betont der Landrat eindringlich. Anlass des Austauschs ist die geplante Sanierung des Adolf-Spieß-Platzes beziehungsweise der Bau eines Kunstrasenplatzes.
Zum Gespräch mit Landrat Mischak und dem Ersten Kreisbeigeordneten Patrick Krug sind der zweite Vorsitzende des TV Lauterbach, Gerhard Schäfer, Rechnerin Karin Boss sowie Martin Meffert, Abteilungsleiter Leichtathletik, gekommen. Das Thema ist allen Beteiligten klar – und hochsensibel. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatte der Kreistag mit breiter Mehrheit beschlossen, sich für ein Förderprogramm des Bundes anzumelden. Ob der Vogelsbergkreis letztlich berücksichtigt wird und tatsächlich Fördermittel erhält, ist jedoch noch offen. Eine Entscheidung wird voraussichtlich Ende Februar erwartet.
Für Landrat Mischak steht viel auf dem Spiel. Mit einem Zuschuss aus der sogenannten Sportmilliarde, so macht er deutlich, „hätten wir die einmalige Chance, etwas für die Leichtathletik, den Fußball und den Schulsport machen zu können“. Entscheidend sei dabei der Mehrwert des Projekts. „Wir haben einen echten Mehrwert, und den brauchen wir, um letztendlich in das Programm zu kommen: Wir kombinieren die Sanierung der Leichtathletik-Anlage und wir bauen einen Kunstrasenplatz, so wie das auch schon im Sportentwicklungsplan gefordert worden ist“, führt Mischak weiter aus.
Doch genau diese Kombination sorgt seit Wochen für Diskussionen. Denn auf einem Kunstrasenplatz können keine Wettkämpfe im Diskus- und Speerwurf durchgeführt werden. Der Trainingsbetrieb sei zwar weiterhin möglich, dennoch gab es zuletzt deutliche Bedenken. Landrat Mischak und Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug zeigen sich jedoch überzeugt, dass viele der Sorgen überzeichnet seien. „Wir wollen über alles reden, es werden sich Möglichkeiten finden lassen, es sind Probleme aufgebauscht worden, die sich aber lösen lassen“, betonen beide.
Auch Patrick Krug unterstreicht den aus seiner Sicht entscheidenden Vorteil des Projekts. „Das zentrale Argument ist die Kombination aus Leichtathletik, Fußball und Schulsport, wir hätten dann eine Anlage in der Stadt, die gut frequentiert wäre, in der Summe ist das eine Aufwertung“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete. Gleichzeitig macht er klar: „Und ohne diese Kombination sehe ich im Moment auch nicht, wie man die Leichtathletik-Anlage vernünftig sanieren kann.“
Unterstützung kommt grundsätzlich auch vom Turnverein Lauterbach. „Wir wollen nicht gegeneinander arbeiten, wir sind uns einig: Es geht nur zusammen“, sagt der zweite Vorsitzende Gerhard Schäfer und verweist auf bereits geführte Gespräche mit den Lauterbacher Fußballern. Ganz ohne kritische Töne verläuft das Gespräch jedoch nicht. Leichtathletik-Abteilungsleiter Martin Meffert meldet deutliche Bedenken an. Speerwurf und Diskus seien zentrale Disziplinen seines Sports. „Wir können sie trainieren, aber bestimmte Wettkampf-Disziplinen in Zukunft nicht mehr auf dieser Anlage durchführen“, gibt Meffert zu bedenken. Dadurch werde die Leichtathletik im Vogelsbergkreis „in ihrem Wert geschmälert“.
Landrat Mischak verweist indes auf mögliche Alternativen. Wettkämpfe könnten beispielsweise auch in Kombination mit Rasenplätzen ausgetragen werden. Zudem erinnert er daran, dass das Alsfelder Erlenstadion derzeit für über zwei Millionen Euro saniert werde und damit zusätzliche Möglichkeiten biete. Am Ende des Gesprächs herrscht trotz unterschiedlicher Positionen Einigkeit in einem Punkt: Öffentliche Auseinandersetzungen würden niemandem helfen. Nur geschlossen, so der Tenor, könne man die Chance auf Fördermittel wahren – denn eines sei klar: Es geht nur zusammen. +++ adm











