In der Bundestagsdebatte zum Tagesordnungspunkt „Bekämpfung von sexualisiertem Missbrauch“ hat die Linken-Abgeordnete Kathrin Gebel am Freitag für einen bewegenden Moment im Parlament gesorgt. Am Rednerpult zeigte sie heftige Emotionen und schilderte persönliche Erfahrungen, die im Plenarsaal für große Betroffenheit sorgten.
Bei ihrem Redebeitrag über die Epstein-Akten berichtete Gebel relativ unvermittelt von einem Erlebnis aus ihrer Jugend: „Ich war 17, er war 34, er lockte mich unter dem Vorwand, einen Film mit Klassenkameraden zu sehen, in seine Wohnung. Früher arbeitete er an meiner Schule. Es war spät, ich war allein. Ich wusste nicht, wie ich nach Hause komme. Als ich ankam, waren keine Klassenkameraden da.“
Während dieser Schilderung stockte der Abgeordneten die Stimme, sichtbar bewegt vergoss sie am Rednerpult Tränen. Nach diesem emotionalen Moment setzte Gebel ihre Rede wieder gefasst fort und ging auf weitere Aspekte des Epstein-Skandals ein.
Der sitzungsleitende Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) würdigte anschließend den Moment im Plenum und erklärte: „Ich möchte allen danken, die geholfen haben, dass das ermöglicht worden ist, dass eine solche emotionale Rede hier gehalten werden konnte.“
Die Aktuelle Stunde war auf Verlangen der Grünen-Fraktion unter der Überschrift „Kein Wegschauen auf Kosten der Betroffenen – Gewalt gegen Frauen, sexuellen Missbrauch und Netzwerke des Machtmissbrauchs aufklären und bekämpfen“ auf die Tagesordnung gesetzt worden. +++ red.











