Unter dem Motto „Einblicke – Austausch – Perspektiven“ war der Lions Club Fulda Anfang März zu Gast bei der Bürgerstiftung „antonius : gemeinsam Mensch“ in Fulda. Ziel des Abends war es, mehr über die vielfältige Arbeit von antonius zu erfahren, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen offenen Dialog über Teilhabe und gesellschaftliches Engagement zu führen.
Der Vorstand der Bürgerstiftung, Rainer Sippel, gab den Lions-Freundinnen und Lions-Freunden der Service-Organisation einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte und die aktuellen Projekte des Netzwerks. Die Wurzeln von antonius reichen bis ins Jahr 1902 zurück, als die Fuldaerin Maria Rang die St. Lioba-Stiftung gründete, um Menschen mit Behinderung ein würdiges Leben und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Maria Rang war davon überzeugt, dass auch Menschen mit Behinderungen lernfähig sind, Stärken und Talente haben und diese nutzen und entfalten können. Heute ist die Bürgerstiftung die Trägerstiftung der vier operativ tätigen gGmbHs „leben“, „begegnen“, „wachsen“ und Perspektiva sowie der St. Antonius-Stiftung.
Einen wichtigen Wendepunkt erlebte antonius im Jahr 1998, als die Einrichtung als gGmbH inhaltlich und personell neu aufgestellt wurde. In diesem Zusammenhang entstand auch die St. Antonius-Stiftung, die von engagierten Persönlichkeiten aus Fulda gegründet wurde, um die Entwicklung der Einrichtung langfristig zu stabilisieren und zu fördern. Eine maßgebliche Rolle spielte dabei Traudel Sorg, die langjährige Vorsitzende der Stiftung.
Die St. Antonius-Stiftung arbeitet ehrenamtlich und stellt die eingeworbenen Spenden ausschließlich zweckgebunden für Projekte und Maßnahmen zugunsten von Menschen mit Behinderungen zur Verfügung – insbesondere dort, wo keine öffentlichen oder privaten Finanzierungsquellen greifen. Dadurch können neue Angebote geschaffen und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen – auch mit Mehrfach- oder Schwerstbehinderung – ermöglicht werden. Für viele der Beschäftigten bedeutet dies nicht nur eine berufliche Perspektive, sondern vor allem Anerkennung, Wertschätzung und persönliche Erfolgserlebnisse.
Heute begleitet antonius Menschen mit Behinderungen über alle Lebensphasen hinweg – von der frühen Förderung im Kinderhaus über Angebote zur Berufsorientierung wie das Projekt Startbahn bis hin zu Wohn- und Betreuungsangeboten sowie dem jüngsten Projekt, der Bio-Gemüse-Gärtnerei „er:wachsen“, die derzeit bei Haimbach entsteht. Antonius ist dabei weit über die Region Fulda hinaus bekannt und gut vernetzt. Rund 320 Menschen leben heute in verschiedenen Wohnformen auf dem Campus oder im Umfeld von Fulda. Darüber hinaus bietet antonius selbst etwa 80 Ausbildungsplätze an.
Besonders eindrucksvoll wurde der Abend durch den persönlichen Beitrag von Samuel (19). Er wird bereits seit seiner Kindheit von antonius begleitet und steht nun kurz vor dem Beginn seiner Ausbildung im Café Ideal. In bewegenden Worten schilderte er, wie wichtig die Unterstützung der Einrichtung auf seinem Weg war. Ziel der Arbeit von antonius ist es, Menschen mit Behinderungen möglichst früh zu stärken und sie auf ein möglichst selbstbestimmtes Arbeits- und Sozialleben vorzubereiten. Die entstehenden Arbeitsverhältnisse – sowohl bei antonius selbst als auch in externen Betrieben – sind sozialversicherungspflichtig und eröffnen damit auch langfristige Perspektiven, etwa für die eigene Altersvorsorge.
Zum Abschluss des Abends überreichte der Lions Club Fulda eine zweckgebundene Spende in Höhe von 11.000 Euro für das Kinderhaus von antonius. Die Mittel stammen aus der traditionellen Adventskalender-Activity des Clubs, die durch gesponserte Preise und den Verkauf der Kalender ermöglicht wurde. Das Activity-Organisationsteam um Dr. Stephan Wübbelsmann übergab die Spende.
Beim anschließenden Imbiss wurde der Austausch zwischen den Lions-Mitgliedern und den Verantwortlichen von antonius in persönlicher Atmosphäre fortgesetzt. +++











