Angesichts deutlich steigender finanzieller Belastungen mahnt das Deutsche Rote Kreuz eine verlässlichere und auskömmlichere Kostenerstattung durch den Staat an. Steigende Ausgaben etwa für Energie und Personal seien bislang nicht durch entsprechende Erhöhungen der Leistungsvergütungen ausgeglichen worden, sagte DRK-Generalsekretär Christian Reuter der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die wirtschaftliche Lage vieler Angebote habe sich dadurch spürbar verschärft.
Zugleich werde es immer schwieriger, Kostensteigerungen durch andere Angebote querzufinanzieren. Deshalb sei es dringend erforderlich, dass höhere Ausgaben auch in den staatlichen Zuwendungen abgebildet würden, betonte Reuter. Zudem müssten Prozesse zur Kostenerstattung beschleunigt werden, ähnlich wie es in der Pflege bereits der Fall sei. An vielen Stellen brauche es darüber hinaus einen mehrjährigen Finanzierungsrahmen. Dass es beispielsweise in der Migrationsberatung häufig nur Zusagen für einzelne Jahre gebe, erschwere sowohl eine verlässliche Planung als auch die Suche nach qualifiziertem Personal.
Kritisch äußerte sich der DRK-Generalsekretär auch zum hohen Verwaltungsaufwand, der mit zahlreichen Angeboten verbunden sei. Dieser müsse spürbar reduziert werden. Als gemeinnützige Organisation könne das DRK nur sehr begrenzt finanzielle Rücklagen bilden und sei daher darauf angewiesen, dass wichtige Angebote ausreichend durch staatliche Unterstützung und Spenden abgesichert würden. Gemeinnützigkeit bedeute zudem, dass mögliche Überschüsse wieder in bestehende Angebote, Strukturen und deren Vorhaltung reinvestiert werden müssten.
Die wachsenden finanziellen Herausforderungen hätten bereits konkrete Folgen, räumte Reuter ein. In beträchtlichem Umfang seien Kapazitäten abgebaut oder Einrichtungen zusammengelegt worden. Die betroffenen Angebote bestünden zwar häufig weiter, erreichten jedoch weniger Menschen als noch in der Vergangenheit.
Vor diesem Hintergrund forderte Reuter, gemeinnützige Arbeit bei Ausschreibungen und Förderprogrammen stärker zu berücksichtigen. Dadurch könne auch verhindert werden, dass Standards auf ein Minimum abgesenkt würden und Angebote am Ende nicht mehr den tatsächlichen Bedarfen der Menschen entsprächen. +++ adm










