Die Stadt und die Eisbahn – eine unendliche Geschichte

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Schon wieder ist der Traum vom Schlittschuhlaufen in Fulda geplatzt. Auch der letzte Versuch zur Errichtung einer Eisbahn – genauer gesagt einer Natureisbahn – ist kläglich gescheitert. „So langsam wird das peinlich für die Stadt“, findet der SPD-Stadtverband Fulda und spart nicht mit deutlichen Worten.

Denn langsam müsse man sich ernsthaft fragen, ob es nicht blanker Dilettantismus sei, wenn kommunale Gelder eingesetzt werden, ohne dass am Ende auch nur ein einziges Ergebnis vorzuweisen ist. Bereits bei der Planung der Natureisbahn hatte sich die SPD kritisch geäußert. Damals spielte vor allem der Klimawandel eine Rolle, der einer Natureisbahn eigentlich die Existenzberechtigung entziehe. Und jetzt? Jetzt gibt es endlich wieder einmal einen kalten Winter – und trotzdem scheitert das Vorhaben erneut. „Eigentlich unverantwortlich, wie leichtfertig hier mit Ressourcen umgegangen wird“, kritisiert der Co-Vorsitzende des SPD-Stadtverbands, H.-J. Tritschler, scharf.

Die Geschichte der Eisbahn in Fulda entwickelt sich damit immer mehr zu einer unendlichen Geschichte. Denn es ist längst nicht der erste Anlauf, den Bürgerinnen und Bürgern Schlittschuhlaufen in der Stadt zu ermöglichen. Tritschler erinnert daran, dass bereits beim Bau der Esperantohalle Eislaufen vorgesehen war. Die Stadt investierte dafür eigens in die technischen Voraussetzungen, sogar von Eishockeyspielen war damals die Rede. Doch nach nur zwei oder drei kurzfristigen Angeboten war schon wieder Schluss. Das Eislaufen wurde eingestellt, weil sich die Gewinnerwartungen durch andere Veranstaltungen offenbar besser erfüllen ließen. Unterm Strich hatte die Stadt Geld in den Sand – oder besser gesagt in nicht vorhandenes Eis – gesetzt.

Doch damit nicht genug. Auch der nächste Versuch scheiterte. Der Weiher im Schlossgarten wurde extra umgerüstet, um im Winter Eislaufen zu ermöglichen. Das Ergebnis: erneut ein Flop, erneut eine Fehlinvestition. „Bereits vor knapp acht Jahren haben wir uns gefragt, was nun folgt. Jetzt steht es fest: eine weitere Blamage“, so Tritschler. Und wieder steht dieselbe Frage im Raum: Wie geht es weiter? Denn das bisschen Eisbahn auf dem Dach von „Karl“ ist eigentlich zu wenig.

Dabei besteht kein Zweifel: Auch in Fulda gibt es Bedarf für eine Eissportfläche. Die Stadt bezeichnet sich gerne als Sportstadt – offenbar allerdings nur für drei Jahreszeiten. Viele Kommunen, auch kleinere, bieten ihren Bewohnerinnen und Bewohnern im Winter die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen. Die Modelle, mit denen solche Projekte getragen werden, sind dabei sehr unterschiedlich. Mit Sicherheit würden sich auch in Fulda Interessenten finden, die mit Unterstützung der Stadt eine Eisbahn betreiben würden.

Zum Abschluss der Pressemitteilung fordert der SPD-Stadtverband deshalb: Ein neuer Versuch sollte gewagt werden – dieses Mal bitte ohne auszurutschen. +++ adm

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