Die Baustelle gehört längst nicht mehr nur den Männern

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Diese und weitere Frauen prägen Jökel Bau entscheidend mit (von links): Svenja Wojik, Alisa Lux, Aylin Williams, Jasmin Kreß und Julia Schilling. Foto: Bensing & Reith

Die Baubranche verändert sich. Lange galt sie als Inbegriff einer Männerdomäne: schwere Maschinen, rauer Ton, Baustellen, auf denen Frauen allenfalls in der Planung oder Verwaltung eine Rolle spielten. Doch dieses Bild beginnt zu bröckeln. Immer mehr Frauen entscheiden sich bewusst für Berufe im Bauwesen – und verändern damit eine Branche, die lange Zeit von tradierten Rollenbildern geprägt war.

Beim Schlüchterner Bauunternehmen Jökel lässt sich dieser Wandel konkret beobachten. Dort arbeiten inzwischen 26 Frauen – auf der Baustelle, in der Planung, im Schlüsselfertigen Bauen oder in der Buchhaltung. Sie prägen den Arbeitsalltag des Unternehmens und stehen exemplarisch für eine Entwicklung, die sich in vielen Bereichen der Wirtschaft abzeichnet: Kompetenz, Verantwortung und Erfolg sind längst keine Frage des Geschlechts mehr.

Ein Beispiel dafür ist Julia Schilling. Die studierte Architektin hat zunächst den klassischen Weg eingeschlagen und in mehreren Architekturbüros gearbeitet. Doch dort fehlte ihr etwas, das sie heute als entscheidend empfindet: die Verantwortung für größere Projekte und die unmittelbare Nähe zur Umsetzung. Bei Jökel Bau hat sie genau das gefunden.

„Egal, wie schwer die Herausforderung zu sein scheint: Wir gehen sie hier gemeinsam an und setzen uns mit ihr auseinander. Ich habe mich vor meiner Bewerbung gefragt, ob mir das Unternehmen nicht zu groß ist. Heute bin ich froh, dass ich so viele tolle Kolleginnen und Kollegen an meiner Seite habe“, sagt sie.

Schilling arbeitet – ebenso wie Svenja Wojik und Aylin Williams – als Bauleiterin im Bereich Schlüsselfertigbau. Eine Position, die Organisationstalent, Verantwortungsbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit verlangt. Eigenschaften, die in der Praxis wenig mit Geschlechterklischees zu tun haben, dafür aber viel mit Erfahrung, Kompetenz und Teamfähigkeit.

Svenja Wojik beschreibt den Weg dorthin pragmatisch. „Wenn man sich den Respekt erst einmal erarbeitet hat, dann geht er so schnell nicht weg“, sagt sie. Entscheidend sei letztlich das gemeinsame Ziel. „Bei Jökel Bau läuft es unter den Kollegen sehr harmonisch. Da wird nicht darauf geschaut, ob man Frau oder Mann ist. Alle arbeiten an einem gemeinsamen Ziel und stecken viel Herzblut in die Einzelprojekte.“

Auch Aylin Williams betont, dass Leistung und Engagement im Mittelpunkt stehen. „Es ist ein Geben und Nehmen bei uns. Wenn du gute Leistung ablieferst, dann wird diese auch wertgeschätzt.“ Der Eindruck, Frauen würden im Berufsalltag schneller bestimmte Wünsche erfüllt bekommen, sei aus ihrer Sicht ein Missverständnis. „Auf den ersten Blick mag es manchmal so aussehen, als würden Frauen schneller Wünsche erfüllt bekommen. Aber das ist nicht so. Die Leidenschaft, die in unsere Projekte fließt, ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Der Wandel der Branche zeigt sich nicht nur auf der Baustelle selbst, sondern auch in den Ausbildungs- und Karrierewegen. Jasmin Kreß arbeitet bei Jökel Bau als Bauzeichnerin. Ihre Entscheidung für das Unternehmen fiel früh – auch, weil ihre Familie bereits eine Verbindung dorthin hat. Sowohl ihr Vater als auch ihr Großvater arbeiteten bei Jökel.

„Ich habe mir immer klare Strukturen gewünscht. Und die habe ich hier bekommen“, sagt sie. Für sie steht fest: „Für eine Karriere bei Jökel Bau stehen jedem die gleichen Türen offen. Gleichberechtigung wird hier großgeschrieben.“ Aktuell absolviert sie eine Weiterbildung zur Bautechnikerin – unterstützt von den Geschäftsführern Peter und Stefan Jökel.

Dass sich solche Wege zunehmend öffnen, zeigt auch ein Blick auf die Entwicklung im Unternehmen. Die Zahl der Frauen wächst kontinuierlich. Jahr für Jahr entscheiden sich mehr Mitarbeiterinnen für eine Tätigkeit im Bauwesen – auch in Bereichen, die lange als klassische Männerdomänen galten.

Inzwischen bildet das Unternehmen sogar eine Auszubildende im Bereich Baugeräteführung aus. Ein Beruf, der traditionell besonders stark männlich geprägt war. Doch auch hier beginnt sich das Bild zu verändern. Alisa Lux erinnert sich an ihre eigenen Anfänge bei Jökel Bau. „Ich war damals eine der ersten Dualen Studentinnen. Meine Entscheidung war die richtige“, sagt sie. Für sie steht heute fest: „Ich fühle mich durch meinen Beruf erfüllt.“

Der Wandel der Baubranche geschieht nicht über Nacht. Doch Beispiele wie dieses zeigen, dass er längst begonnen hat – auf den Baustellen, in den Büros und in den Köpfen derjenigen, die jeden Tag daran arbeiten, Projekte Wirklichkeit werden zu lassen. Frauen sind dabei kein Ausnahmefall mehr, sondern ein selbstverständlicher Teil dieser Entwicklung. +++

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