Kurz vor dem CDU-Bundesparteitag rechnet die Fraktionsvorsitzende der Bremischen Bürgerschaft, Wiebke Winter, mit einem überaus starken Ergebnis für Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz. „Ich bin mir sicher, über 90 Prozent“, sagte die CDU-Politikerin dem Nachrichtenmagazin Politico.
Merz leiste als Kanzler „eine sehr gute Arbeit“ und stärke Deutschland insbesondere in der Außenpolitik, erklärte Winter. „Er ist der richtige Kanzler für Deutschland und auch der richtige Parteivorsitzende für die CDU.“ Innerparteiliche Kritik sei zwar zulässig, doch sie gehe davon aus, dass der Parteitag den CDU-Chef klar bestätigen werde.
Auch für ihre eigene politische Zukunft hat Winter klare Ziele formuliert: Bei ihrer Kandidatur für das CDU-Präsidium will sie insbesondere das Thema Generationengerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen. In den kommenden Jahren stünden wichtige Entscheidungen an – vor allem bei der Rente. Ziel sei es, „die mutigen Reformen zu bekommen, die wir auch brauchen“. Zugleich betonte sie ihr Engagement für den Klimaschutz. Als stellvertretende Bundesvorsitzende der Klima-Union stehe für sie beides nebeneinander.
Bei möglichen Koalitionen zeigte sich Winter offen für unterschiedliche Konstellationen. Eine Zusammenarbeit mit Grünen, SPD oder FDP sei denkbar, erklärte sie. Vorrang habe jedoch eine starke Union. „Ich kämpfe nicht für Koalition“, sagte die CDU-Politikerin. Für ihre Heimat Bremen forderte sie zudem einen politischen Wechsel: Nach mehr als 75 Jahren SPD-Führung laufe es „nicht gut“, deshalb brauche es „endlich die CDU im Rathaus“. Ob sie selbst als Spitzenkandidatin antreten werde, solle in den kommenden Wochen entschieden werden.
Unterstützung für Merz kommt auch aus der Parteispitze: CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bescheinigte dem Parteichef beste Voraussetzungen für eine lange politische Zukunft. „Er hat’s selber gesagt: Sein Vater ist über 100 Jahre alt, seine Mutter knapp drunter“, sagte Linnemann dem Magazin Stern. „Er hat also die Gene, dass er noch sehr lange Politik machen kann.“
Der 70-jährige Merz will sich auf dem CDU-Bundesparteitag Ende der Woche erneut zum Parteivorsitzenden wählen lassen. Eine Diskussion über eine weitere Kanzlerkandidatur hält Linnemann derzeit jedoch für verfrüht. Auf entsprechende Fragen erklärte er: „Ich gehe davon aus, aber das ist keine Frage, die sich im Jahr 2026 stellt.“
Lobende Worte fand Linnemann auch für den möglichen politischen Konkurrenten von Merz, Markus Söder. „Ach, ich freue mich immer, wenn Markus Söder bei unseren Sitzungen mit dabei ist“, sagte er. „Dann ist immer auch ein bisschen Spaß in der Bude.“ Diese Leichtigkeit tue der Politik insgesamt gut. +++ red.











