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Christoph Burkard . Foto: privat

Bund setzt auf Wasserstoff im Schwerlastverkehr – Förderaufruf bringt Bewegung in die Branche

Mit einem neuen Förderaufruf will das Bundesministerium für Verkehr (BMV) den Hochlauf wasserstoffbasierter Antriebstechnologien im Straßenverkehr deutlich beschleunigen. Am 28. Januar 2026 veröffentlichte das Ministerium ein Programm, das gezielt Wasserstofftankstellen und Nutzfahrzeuge mit wasserstoffbasierten Antrieben fördert. Ziel ist es, den Markteintritt dieser Technologien im Schwerlastverkehr voranzubringen und gleichzeitig ein tragfähiges, öffentlich zugängliches Netz von Wasserstofftankstellen entlang zentraler Verkehrsachsen aufzubauen.

Im Mittelpunkt der Förderung steht ein kombinierter Ansatz: Infrastruktur und Fahrzeuge sollen gemeinsam gedacht und gefördert werden. Genau das begrüßt das Wasserstoff-Cluster HyWheels ausdrücklich. Das Cluster bereitet einen kombinierten Förderantrag vor und ruft Unternehmen dazu auf, Teil eines Konsortiums zu werden. Ergänzend bietet HyWheels kostenfreie Informationsveranstaltungen an, um über Fördermöglichkeiten und Beteiligungsoptionen zu informieren.

Der Förderaufruf sieht Investitionszuschüsse in Form einer sogenannten Paketförderung vor. Konsortien können Fördergelder sowohl für Wasserstofftankstellen – sogenannte Hydrogen Refuelling Stations (HRS) – als auch für Fahrzeugflotten beantragen. Voraussetzung für die Förderung einer Tankstelle ist eine tägliche Auslastung von mindestens zehn Prozent innerhalb von 24 Stunden, entweder durch bereits vorhandene oder noch zu beschaffende Fahrzeuge. Insgesamt sind vier Fördervarianten vorgesehen: der Bau neuer Tankstellen mit neuen Fahrzeugen, der Ausbau bestehender Tankstellen auf die Anforderungen der europäischen AFIR-Verordnung in Kombination mit neuen Fahrzeugen, neue Tankstellen mit bereits vorhandenen oder geplanten Fahrzeugen sowie die Förderung von Fahrzeugen zur Auslastung bereits realisierter oder geplanter AFIR-konformer Tankstellen.

Insgesamt sollen rund 40 Wasserstofftankstellen inklusive zugehöriger Fahrzeuge gefördert werden. Für Tankstellen übernimmt der Bund bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Investitionskosten, gedeckelt auf maximal vier Millionen Euro pro Tankstelle. Bei Fahrzeugen können bis zu 80 Prozent der Investitionsmehrausgaben gefördert werden, höchstens jedoch drei Millionen Euro pro Antrag. Ein einzelner Paketantrag darf insgesamt ein Volumen von bis zu sieben Millionen Euro erreichen. Anträge können bis zum 31. Mai 2026 online eingereicht werden.

HyWheels konzentriert sich bei seinem geplanten Antrag auf Variante zwei des Förderaufrufs: den Ausbau bestehender Tankstellen auf AFIR-Niveau sowie die Beschaffung neuer Wasserstofffahrzeuge. Im Fokus steht dabei die Wasserstoffinfrastruktur im Raum Fulda. Aufgrund der zentralen Lage entlang wichtiger Verkehrsachsen gilt die Region als potenzieller Knotenpunkt für Speditionen aus ganz Deutschland.

Speditions- und Logistikunternehmen können sich auf zwei Wegen beteiligen. Einerseits besteht die Möglichkeit, Fördermittel für die Anschaffung neuer Wasserstoff-Lkw zu erhalten. Andererseits benötigt das Cluster verbindliche Zusagen zur Wasserstoffabnahme an der bestehenden HRS-Infrastruktur in Osthessen. Ein zusätzlicher Vorteil für teilnehmende Unternehmen liegt laut HyWheels in der gemeinsamen Einbindung in Wasserstoff-Preisverhandlungen.

HyWheels-Geschäftsführer Christoph Burkard verweist auf die wirtschaftliche Perspektive des Projekts. Die Förderprogramme seien mit umfangreichen Wirtschaftlichkeitsberechnungen verbunden. Burkard geht davon aus, dass Wasserstoff-Lkw innerhalb des fünfjährigen Projektzeitraums kostenseitig mit Diesel-Lkw vergleichbar werden könnten.

Interessierte Unternehmen sind aufgerufen, sich bis zum 30. März 2026 bei Christoph Burkard oder Lena Maier zu melden. Für Rückfragen steht das Cluster zur Verfügung. Zusätzlich plant HyWheels gemeinsam mit der NOW GmbH, dem Team des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, ein Webinar. Dort sollen alle relevanten Informationen zu Fördermöglichkeiten und den nächsten Schritten vorgestellt werden, weitere Details sollen in Kürze folgen. +++ adm

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