Karim Khakzar

Prof. Dr. Karim Khakzar. Foto: fdi-Mediendienst

Breaking News aus Fulda: Präsident der Hochschule Fulda geht. Wie angekündigt.

Dass der Präsident der Hochschule Fulda nach 18 Jahren geht, ist ungefähr so überraschend wie der Herbst nach dem Sommer. Wer in diesem Amt fast zwei Jahrzehnte verbracht hat, verabschiedet sich nicht plötzlich aus heiterem Himmel. Das war bekannt, angekündigt, einkalkuliert. Schon lange.

Und trotzdem schafft es ein Nachrichtenportal, daraus eine „EXCLUSIV“-Meldung zu machen. Exklusiv wovon eigentlich? Vom gesunden Menschenverstand?

Hier wird kein Schleier gelüftet, kein Geheimnis enthüllt, kein Machtkampf aufgedeckt. Hier wird schlicht eine altbekannte Tatsache noch einmal feierlich ausgepackt, mit Glitzer bestreut und als journalistische Sensation verkauft. So macht man aus alten Kamellen neue Bonbons — und hofft offenbar, dass niemand merkt, wie klebrig die Sache eigentlich ist.

Natürlich: 18 Jahre im Amt sind eine lange Zeit. Natürlich hat der Präsident die Hochschule geprägt. Alles richtig. Aber genau deshalb ist sein Abgang eben kein Knall, sondern ein geregelter Übergang. Ein Verwaltungsakt mit Ablaufdatum. Kein Paukenschlag, sondern ein Punkt auf der Tagesordnung.

Doch im Zeitalter des Klicks zählt nicht mehr, ob etwas neu ist, sondern wie laut man es verkündet. „Exklusiv“ ist heute kein Qualitätsmerkmal mehr, sondern ein Placebo: groß draufschreiben, damit es wichtiger aussieht, als es ist.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Teile des Lokaljournalismus inzwischen lieber Etiketten drucken als Inhalte einordnen. Statt zu erklären, warum der Wechsel wichtig ist oder was er für die Hochschule bedeutet, wird das Offensichtliche aufgeblasen — bis es fast platzt. Exklusiv ist daran höchstens Altbekanntes als Scoop zu verkaufen. +++ Ein Kommentar von Exklusiv

2 Kommentare

  • Manche Schlagzeilen muss man nicht verstehen – man kann sie nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen. Dass ein Hochschulpräsident sein Amt abgibt, ist weder ein politisches Erdbeben noch eine investigative Meisterleistung. Es ist ein Vorgang, der seit Längerem bekannt war, ein ganz normaler Übergang im akademischen Betrieb. Punkt. Daraus eine „Exklusiv“-Meldung zu basteln, sagt weniger über die Bedeutung des Ereignisses als über den Hunger nach Aufmerksamkeit aus.

    Vielleicht wäre es an der Zeit, dass sich die restlichen Medien in der Region das besagte Medium einmal vornehmen. Belanglose Selbstverständlichkeiten werden hier allzu oft aufgeblasen, als handle es sich um Sensationen. Denn diese Berichte sind oft nichts anderes als wohlwollende Berichterstattung, die auch durch ständige Wiederholungen nicht besser wird. Stattdessen könnte man gemeinsam die wahren „Exklusiv“-Zugänge untersuchen – die berühmten Katzenklappen bei Polizei, Klinikum und anderen Institutionen. Das wäre tatsächlich berichtenswert. Alles andere ist bloß Lärm.

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