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Bistum Fulda stellt Immobilienstrategie vor – weniger Gebäude, mehr Kooperationen

Das Bistum Fulda stellt sich auf tiefgreifende Veränderungen ein: Angesichts sinkender Mitgliederzahlen, weniger Ehrenamtlicher und rückläufiger Kirchensteuereinnahmen hat die Diözese eine neue Immobilienstrategie entwickelt. Ziel ist es, kirchliche Gebäude künftig stärker zu bündeln, neue Kooperationen zu ermöglichen und den Immobilienbestand stärker am tatsächlichen Bedarf der Gemeinden auszurichten. Mit Informationsveranstaltungen in den Kirchengemeinden startet nun die Umsetzung.

Kirchliche Gebäude seien Orte des Glaubens, der Gemeinschaft und der Begegnung, müssten aber zugleich zum Leben der Gemeinden passen, heißt es aus dem Bistum. Auch in Zukunft sollen Räume für lebendigen Glauben erhalten bleiben – doch angesichts gesellschaftlicher und kirchlicher Veränderungen sei es notwendig, Prioritäten zu setzen und vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen.

Domkapitular Thomas Renze, Leiter des Fachbereichs Pastoral, Bildung und Kultur im Bischöflichen Generalvikariat in Fulda, betont die Tragweite der Aufgabe. „Wir stehen vor der Herausforderung, unsere kirchlichen Gebäude so weiterzuentwickeln, dass sie auch in Zukunft gut genutzt und dauerhaft finanziert werden können“, erklärte er. Es gehe um einen „verantwortungsvollen und ehrlichen Blick“ auf die zukünftigen Bedürfnisse der Gemeinden.

Kernstück der neuen Strategie ist eine Einteilung aller kirchlichen Gebäude in drei Förderkategorien. Diese bestimmen künftig, in welchem Umfang sich das Bistum an Bau- und Sanierungsmaßnahmen beteiligt. Etwa die Hälfte der Gebäude – die Kategorien A und B – wird weiterhin finanziell unterstützt. Für die übrigen Gebäude der Kategorie C entfällt eine Bezuschussung durch das Bistum. Sollten diese weiterhin als pastorale Orte bestehen bleiben, müssen neue Finanzierungsmodelle entwickelt werden.

Das Bistum setzt dabei verstärkt auf Kooperationen. Pfarreien werden ausdrücklich ermutigt, gemeinsam mit Kommunen, evangelischen Gemeinden oder anderen Partnern nach Nutzungsmöglichkeiten zu suchen. Finden sich keine tragfähigen Lösungen, könnten Gebäude verkauft oder Kirchen profaniert werden. Solche Entscheidungen seien schwierig und emotional belastend und würden vom Bistum begleitet, heißt es.

Welche Gebäude langfristig erhalten bleiben sollen, entscheiden maßgeblich die Menschen vor Ort. Entwürfe für die jeweiligen Konzepte werden in den Pfarreien vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt. Kriterien sind dabei die pastorale Bedeutung eines Gebäudes, der bauliche Zustand sowie die Wirtschaftlichkeit von Betrieb und Unterhalt. Die endgültigen Entscheidungen sollen gemeinsam von den lokalen Gremien und dem Bistum getroffen werden.

Diözesanbaumeister Martin Matl verweist auf die historische Entwicklung als Hintergrund der Neuausrichtung. Während das Bistum im Jahr 1925 rund 220.000 Katholiken und 205 Kirchen zählte, werden für das Jahr 2035 etwa 235.000 Katholiken und 203 Kirchen in den Förderkategorien A und B erwartet. Zwischenzeitlich habe es eine Phase gegeben, in der sich beide Zahlen etwa verdoppelt hätten. Den daraus entstandenen Wandel von Bedarf und Bestand gelte es nun aktiv zu gestalten.

Die Umsetzung der Strategie beginnt mit einer Reihe von Informationsveranstaltungen in den künftig 28 Pfarreien des Bistums. Ein Projektteam aus dem Bischöflichen Generalvikariat wird schrittweise alle Gemeinden besuchen und die neuen Rahmenbedingungen erläutern. Dabei sollen Gremienmitglieder und hauptamtliche Mitarbeiter über die geplanten Konzepte, Förderbedingungen und Entscheidungsprozesse informiert werden.

Den Auftakt bildet am 19. Februar eine Veranstaltung in der Pfarrei St. Raphael in Gelnhausen. Neben Domkapitular Renze und Diözesanbaumeister Matl nimmt auch die Dezernentin für Immobilienmanagement, Johanna Wenzel, teil. Moderiert werden die Termine von Mitarbeitenden der kirchlichen Organisationsberatung. Bis sämtliche Gemeinden besucht und umfassend informiert sind, soll der Prozess voraussichtlich bis März 2027 dauern. +++ red.

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