Knapp zwei Jahre nach dem schweren Flixbus-Unfall auf der A9 bei Leipzig mit vier Todesopfern ist nun das Urteil gefallen: Der Busfahrer ist zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Eilenburg sprach den Mann wegen fahrlässiger Tötung in vier Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in 25 Fällen schuldig, wie das Gericht am Freitag mitteilte.
Der Unfall ereignete sich am 27. März 2024. Der Angeklagte steuerte damals den Flixbus von Berlin in Richtung München. Neben seinem Fahrerkollegen saßen 53 Fahrgäste im Bus. Nach Überzeugung des Gerichts verlor der Fahrer bei einer Geschwindigkeit von 94 km/h aufgrund einer kurzzeitigen Unachtsamkeit die Kontrolle über das Fahrzeug.
Der Bus kam zunächst vom rechten Fahrstreifen ab und geriet über den Standstreifen hinaus von der Fahrbahn. Als das Fahrzeug die zwei Meter tiefe, nach unten führende Böschung erreichte, begann es zu schleudern. Schließlich kollidierte der Bus mit Bäumen und kippte auf die rechte Seite.
Die Folgen waren dramatisch: Vier Insassinnen des Busses verloren bei dem heftigen Aufprall ihr Leben. Mindestens 25 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.
Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht zugunsten des Angeklagten, dass er geständig war, seine Tat aufrichtig bereut hat und bislang nicht vorbestraft ist. Zudem befindet sich der Mann seit dem Unfall in psychologischer Behandlung.
Gegen ihn sprach jedoch, dass durch sein Verhalten gleichzeitig der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung verwirklicht wurde. Auch die Zahl der Todesopfer sowie die Vielzahl der teils schwer verletzten Menschen wurden bei der Entscheidung des Gerichts berücksichtigt. +++ red.










