Der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz erschüttert die Deutsche Bahn und sorgt bundesweit für Entsetzen. Nach der tödlichen Attacke hat der Konzern für Mittwochnachmittag zu einer bundesweiten Schweigeminute aufgerufen. Um 15 Uhr sollten Kolleginnen und Kollegen, Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sowie Fahrgäste in ganz Deutschland innehalten und des getöteten Mitarbeiters gedenken, wie die Bahn mitteilte.
Die Anteilnahme ist groß. „Wir sind tieftraurig, bewegt und erschüttert. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden“, erklärte der Konzern. Für die Beschäftigten der Deutschen Bahn seien verschiedene Formen des Gedenkens möglich, etwa passende Durchsagen, ein kurzes Innehalten oder Schweigen. Der Bahnbetrieb werde aus Sicherheitsgründen jedoch regulär fortgeführt.
Auch DB-Chefin Evelyn Palla zeigte sich tief betroffen. „Der tragische Tod unseres Kollegen Serkan C. macht mich fassungslos und traurig“, schrieb sie am Mittwoch auf Linkedin. Der Gewaltexzess und der „völlig sinnlose Tod“ des Bahnmitarbeiters würden von allen bei der Deutschen Bahn aufs Schärfste verurteilt. Zugleich stellte Palla die Frage, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen komme. „Wir, die Politik, die Gesellschaft, müssen Antworten geben.“ Der Mittwoch sei „ein schwarzer Tag“ für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land. „Wir bei der Bahn trauern“, so Palla.
Unterdessen meldete sich auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zu Wort. Er sprach der Familie, den Freunden und den Kolleginnen und Kollegen des getöteten Zugbegleiters sein Mitgefühl aus. Bei der bundesweiten Schweigeminute am Mittwochnachmittag im Berliner Hauptbahnhof bezeichnete Schnieder den Tag als einen „schwarzen Tag für die gesamte Eisenbahnerfamilie“. Zugleich kündigte der Minister an, Konsequenzen ziehen zu wollen. „Wir müssen uns zusammen mit der Bahn darum kümmern, dass wir für mehr Sicherheit, auch gegenüber dem Personal, aber allgemein in den Zügen in der Bahn sorgen“, sagte Schnieder. Das sei jedoch nicht allein Aufgabe der Bahn, sondern eine Herausforderung für das „gesamte Gemeinwesen“ in Deutschland. Konkrete Maßnahmen wollte der Minister am Mittwoch noch nicht benennen, da zunächst der „Tag der Trauer“ im Vordergrund stehe.
Zu der tödlichen Attacke war es am Montagabend in einem Regionalexpress gekommen, der den Bahnhof Landstuhl in Richtung Homburg verlassen hatte. Nach bisherigen Erkenntnissen kontrollierte der Zugbegleiter einen Reisenden, der keinen gültigen Fahrschein vorzeigen konnte. Als der Mann deshalb des Zuges verwiesen werden sollte, griff er den Bahnmitarbeiter unvermittelt an. Der Zugbegleiter erlitt dabei lebensbedrohliche Verletzungen und musste noch vor Ort reanimiert werden. Am Mittwoch wurde schließlich der Tod des Mannes gemeldet. +++ adm











