Gleich mehrere schwere Vorfälle haben Polizei und Ermittlungsbehörden in Nordhessen in Atem gehalten: In Kassel ging den Beamten ein mutmaßlicher Drogendealer ins Netz, ebenfalls in Kassel wurde ein Tatverdächtiger nach einem Angriff auf eine junge Frau identifiziert, und in Bad Hersfeld endete eine Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen mit einer Messerverletzung.
Bei zwei Wohnungsdurchsuchungen in Kassel hat die Polizei umfangreiche Drogen und Waffen sichergestellt. Ein 45-jähriger Mann befindet sich nun in Untersuchungshaft, wie das Polizeipräsidium Nordhessen und die Staatsanwaltschaft Kassel am Montag mitteilten. Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Kontrolle am Samstagabend: Beamte der Kasseler OE City und des Kommissariats 34 überprüften einen mutmaßlichen Kunden und fanden bei ihm Betäubungsmittel. Die Spur führte die Ermittler zu dem 45-jährigen Verdächtigen. Gegen 21:30 Uhr durchsuchten sie seine Wohnung und stellten dort rund 400 Gramm Amphetamine und Ecstasy, 75 Gramm Cannabis sowie zwei Waffen sicher. Im Zuge der weiteren Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf einen 31-jährigen mutmaßlichen Komplizen. Auch dessen Wohnung wurde durchsucht, wobei etwa 330 Gramm Marihuana und mutmaßliches Drogengeld sichergestellt wurden. Der 31-Jährige wurde zwar festgenommen, jedoch anschließend wieder freigelassen. Gegen beide Männer wird nun wegen illegalen Drogenhandels ermittelt.
Ein weiterer Vorfall sorgt ebenfalls für Entsetzen: Nach einem Angriff auf eine 19-jährige Frau in Kassel-Oberzwehren hat die Polizei einen 38-jährigen Mann als Tatverdächtigen identifiziert. Der Mann aus Kassel wurde vorläufig festgenommen und vernommen. Dabei gab er zu, am vergangenen Donnerstag mit der jungen Frau eine Auseinandersetzung gehabt zu haben, und räumte Teile der Tatvorwürfe ein. Der Angriff ereignete sich gegen 8:00 Uhr in der Straße „Waranwiesen“. Nach Angaben der Polizei soll der zunächst unbekannte Täter die 19-Jährige aus dem Schwalm-Eder-Kreis rassistisch beleidigt, geschubst und versucht haben, ihr das Kopftuch herunterzureißen. Im weiteren Verlauf soll er zudem den Hitlergruß gezeigt haben. Eine couragierte Autofahrerin, die anhielt und dem Opfer Hilfe anbot, meldete sich nach einem Zeugenaufruf bei der Polizei und wird nun als Zeugin vernommen. Der 38-jährige Tatverdächtige mit deutscher Staatsangehörigkeit muss sich wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Körperverletzung und Beleidigung verantworten. Weil er sich gegen seine Festnahme zur Wehr setzte, wird außerdem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Die Untersuchungen zum genauen Ablauf dauern weiterhin an.
Auch in Bad Hersfeld kam es zu dramatischen Szenen: Dort wurde ein 16-Jähriger bei einer Auseinandersetzung mit einem Messer verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Fulda und des Polizeipräsidiums Osthessen ereignete sich der Vorfall am Sonntagabend gegen 21:30 Uhr in der Friedloser Straße. Nach bisherigen Erkenntnissen war es nach einem Streit zu einem Handgemenge zwischen einem 17-jährigen Afghanen und dem 16-jährigen Deutschen gekommen. Dabei griff der Ältere den Jugendlichen mit einem Messer an und verletzte ihn am Oberkörper. Der verletzte 16-Jährige konnte sich zu Bekannten retten, die sofort die Polizei alarmierten. Er wurde mit dem Verdacht auf lebensgefährliche Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr besteht nach Angaben der Polizei jedoch nicht. Die Beamten nahmen den 17-jährigen Tatverdächtigen kurz nach der Tat in der Bad Hersfelder Innenstadt fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder aus dem Gewahrsam entlassen. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln weiterhin zu den Hintergründen der Tat. +++











