Der Deutscher Journalistenverband Landesverband Hessen e.V. verfolgt die aktuellen Zahlen und Angriffe auf Pressevertreterinnen und -vertreter mit großer Aufmerksamkeit – und mit wachsender Sorge. Neue Zahlen zu Angriffen auf Medienschaffende sorgen für erhebliche Beunruhigung im Verband und werfen ein Schlaglicht auf die Situation der Pressefreiheit.
Auslöser der aktuellen Debatte ist eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten David Schliesing von der Die Linke an die Deutsche Bundesregierung zu Angriffen auf die Pressefreiheit. Die Bundesregierung veröffentlichte daraufhin aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamt, die einen deutlichen Anstieg von Angriffen auf Pressevertreter dokumentieren.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Zeitraum von April 2024 bis Ende November 2025 wurden in Hessen insgesamt 28 politisch motivierte Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten registriert. Bundesweit wird dabei rund ein Drittel der Fälle dem rechten Spektrum zugeordnet. Auffällig ist zudem, dass sich viele der dokumentierten Übergriffe im Umfeld von Demonstrationen ereigneten.
Der DJV Hessen bewertet diese Entwicklung als äußerst besorgniserregend und bezieht eine klare Position. Der 1. Vorsitzende des Verbandes, Knud Zilian, macht die Haltung unmissverständlich deutlich: „Übergriffe auf Medienschaffende sind Angriffe auf die Pressefreiheit und damit auf die Demokratie. Egal aus welcher Richtung die Aggressionen kommen – wir dulden keine Angriffe auf die Pressefreiheit.“
Nach Einschätzung des Verbandes bestätigen die vorliegenden Zahlen, dass insbesondere rechtsextreme Tendenzen weiterhin eine erhebliche Bedrohung für die freie und unabhängige Berichterstattung darstellen. Diese bundesweite Entwicklung spiegelt sich auch in Hessen wider. Rückmeldungen betroffener Mitglieder des DJV Hessen zeigen, dass Journalistinnen und Journalisten auch hierzulande bei ihrer beruflichen Tätigkeit mit Gewalt oder Einschränkungen der Berichterstattung konfrontiert sind.
Eine im Januar 2026 durchgeführte Umfrage unter den Mitgliedern des Verbandes zeichnet ein ähnliches Bild: Gewalt gegen die Presse gehe vor allem aus dem rechten Spektrum sowie von einzelnen radikalisierten Gruppen von Demonstrierenden aus.
Der Deutscher Journalistenverband auf Bundesebene hat angesichts dieser Entwicklung zwei zentrale Forderungen formuliert, die der Landesverband Hessen ausdrücklich unterstützt.
Die Forderung an die Polizei ist klar: Journalistinnen und Journalisten müssen bei ihrer Arbeit – insbesondere im Kontext von Demonstrationen – besser geschützt werden. Dazu gehören klare Ansprechpartner vor Ort, ein konsequentes Einschreiten bei Übergriffen sowie deren konsequente strafrechtliche Verfolgung.
Auch die Medienhäuser sieht der Verband in der Pflicht. Redaktionen und Verlage tragen Verantwortung für die Sicherheit ihrer Beschäftigten und freien Mitarbeitenden. Der DJV fordert sie auf, sich dem Schutzkodex für Journalistinnen und Journalisten anzuschließen und für sichere Einsatzbedingungen zu sorgen – ausdrücklich auch für freie Journalistinnen und Journalisten.
Für den DJV Hessen steht fest: Der Schutz der Pressefreiheit bleibt eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie – und jede Form von Gewalt gegen Medienschaffende wird entschieden verurteilt. +++ red.











