In der historischen Kulisse der Münchner Residenz hat die Bundesvereinigung Mittelstand in Deutschland (BVMID) ihren exklusiven Neujahrsempfang veranstaltet und damit ein herausragendes Zeichen zum Start in das Jahr 2026 gesetzt. Mehr als 300 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft folgten der Einladung, um gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen und die zentrale Bedeutung des Mittelstands für Wirtschaft und Gesellschaft zu würdigen. Inhaltlich setzte der Neujahrsempfang auf eine Mischung aus politischen Impulsen, Motivation und kulturellen Akzenten.
Schon beim Aperitif im Theatinergang entwickelte sich eine lebhafte Atmosphäre mit intensiven Gesprächen, die den Charakter des Abends prägten. Nach dem umfangreichen und attraktiven Programm mit einer Vielzahl von Beiträgen und Musik fand der gesellige Teil bei den Teilnehmern großen Anklang. Bei Buffet und Getränken war ausreichend Zeit für vertiefenden Austausch und Networking. Hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Repräsentanten von mehr als 30 Konsulaten und Botschaften sorgten für ein Umfeld, das gezielt auf nachhaltige Kontakte und Dialog auf Entscheider-Ebene ausgerichtet war. Besondere Aufmerksamkeit galt der Teilnahme des Botschafters der Republik Moldau, Seiner Exzellenz Aureliu Ciocoi, der eigens aus Berlin angereist war und in seinem Grußwort in sympathischer Weise für sein Land warb.
Stefan Bronder stellte den Mitgliedern die vom BVMID ins Leben gerufene „Offensive Mittelstand“ vor. Eine Keynote von Marcel Friederich, der als „DER MUTMACHER“ angekündigt worden war, stimmte die Teilnehmer nachdenklich. Und für die musikalischen Höhepunkte sorgte Hariett Gross, vorgestellt als „Die Stimmpoetin“, die einem breiten Publikum durch die Musikshow „The Voice of Germany“ bekannt ist. Den festlichen Abschluss des offiziellen Teils bildete ein Überraschungsgast. Der Präsident Kajetan Brandstätter stellte David Lugert vor, der eine eigens für die BVMID komponierte und getextete Hymne vortrug. Die Moderation des Abends erfolgte durch Tanja Stöcker, die an diesem Tag sogar ihren Geburtstag feierte.
Die Attraktion war die Rede von Hubert Aiwanger.
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland präsentierte sich insgesamt äußerst angespannt. Besonders betroffen sei der Mittelstand, der häufig ortsgebunden sowie regional und lokal verankert ist und seine Standorte nicht ohne Weiteres verlagern kann. Im vergangenen Jahr waren knapp 25.000 Unternehmensinsolvenzen verzeichnet worden – ein trauriger Rekord, der vor allem mittelständische Betriebe traf. Zur wirtschaftlichen Schwäche, die sich in nahezu drei Jahren Rezession widerspiegelte, kommen nun die Herausforderungen einer zunehmend kritischen geopolitischen Entwicklung hinzu. Auf dem Wirtschaftsgipfel der WELT hatten sich die Vorstandsvorsitzenden großer Konzerne entsprechend deutlich artikuliert. Deutschland sei ein Sanierungsfall. Zu langsam, zu bürokratisch, zu unflexibel. Umso entscheidender sei es, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffe und ein positives Wachstumsklima fördere. Bislang sei davon jedoch nur begrenzt etwas zu erkennen.
Vor diesem Hintergrund unterstrich der BVMID seine Rolle als bundesweite Interessenvertretung des Mittelstands, die sich mit Nachdruck und nachhaltigem Engagement für die konkreten Bedürfnisse der Unternehmen einsetzt – nicht theoretisch, sondern mit praxisnahen und umsetzbaren Lösungsvorschlägen. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der die Festrede hielt, forderte eine Rückkehr zu einer Wirtschaftspolitik, die wieder stärker auf Leistung und Eigentum setzt. Zugleich übte er deutliche Kritik an aus seiner Sicht leistungsfeindlichen Positionen von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas sowie der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer. Deutschland brauche einen wirtschaftlichen Befreiungsschlag, betonte Aiwanger. Im Jahr 2026 müsse ein Ruck durch das Land gehen, der bedeute, wieder anzupacken, an die Zukunft zu glauben und sich stärker auf jene Leistungsträger zu konzentrieren, die das Geld erwirtschafteten, das für soziale und ökologische Aufgaben benötigt werde. Aufgabe der Politik sei es, die Weichen für ein generelles Umdenken und auch für gesellschaftliche Veränderungen zu stellen.
Auch politisch-ideologische Debatten auf den Gebieten der Erbschaftssteuer, dem persönlichen Eigentum, des Verbrennerverbotes und der zu hohen CO₂-Bepreisung nahm Aiwanger ins Visier. Er kritisierte entsprechende Vorschläge aus dem politischen Umfeld mit großer Deutlichkeit einerseits und viel Humor andererseits. Der Staat habe in Unternehmen nichts zu suchen. Ebenso ging er mit dem aus seiner Sicht ausufernden sozialistischen Nanny-Staat ins Gericht. Deutliche Kritik richtete er auch an die Wirtschaftspolitik der Europäischen Union. Die Zeit müsse vorbei sein, in der Deutschland negative Einflüsse aus Brüssel widerspruchslos hinnehme. Leistungsfeindlich positioniere sich aus seiner Sicht auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. Wer Unternehmer pauschal zu Gegnern erkläre und immer neue Ansprüche propagierte, gehe den falschen Weg. Ansprüche müssten entbürokratisiert statt ausgeweitet werden. Der Staat könne nicht bei jedem potenziellen Leistungsempfänger vorsprechen und Leistungen auf dem Silbertablett servieren. Stattdessen brauche es Anreize für Motivation und Leistung, um ausreichend Mittel für Menschen bereitzustellen, die tatsächlich in sozialer Not seien.
In Bayern sieht man sich in dieser Hinsicht im Vorteil. Mit Hubert Aiwanger stehe ein Wirtschaftsminister an der Spitze, der dem Mittelstand eng verbunden sei und dessen Herausforderungen aus eigener Erfahrung kenne. Aiwanger hatte Agrarwissenschaften an der Fachhochschule Weihenstephan studiert und sein Studium 1995 als Diplomagraringenieur abgeschlossen. Anschließend trat er in den landwirtschaftlichen Familienbetrieb ein. Ein Politiker mit abgeschlossener Berufsausbildung sei in der heutigen politischen Landschaft eine Rarität. Davon bräuchte es mehr.
Das Publikum unterbrach die Ausführungen Aiwangers immer wieder mit aufbrausendem Applaus und zollte ihm am Ende Standing Ovations. Entsprechend groß war die Wertschätzung darüber, dass Hubert Aiwanger beim Neujahrsempfang anwesend war. In seiner Anmoderation dankte Klaus H. Radtke im Namen des BVMID dem Minister ausdrücklich und verwies darauf, dass selbst Gäste aus dem Großraum Ludwigsburg, Heilbronn und Stuttgart angereist waren, um ihn zu erleben. Mit diesem Event in festlicher Atmosphäre im historischen Ambiente der Münchner Residenz, den inspirierenden Impulsen und der Möglichkeit, in entspannter Umgebung wertvolle Geschäftskontakte zu knüpfen hat die BVMID einen Meilenstein gesetzt, der in dieser Form in München seines gleichen sucht. +++ adm










