Eine deutliche Mehrheit der Deutschen sieht die Vereinigten Staaten nicht mehr als verlässlichen Partner. Drei Viertel der Befragten, konkret 76 Prozent, sind laut einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest der Ansicht, die USA seien für Deutschland kein Partner, dem man vertrauen könne. Das sind drei Prozentpunkte mehr als noch im Juni 2025. Die Erhebung wurde für den ARD-»Deutschlandtrend« durchgeführt, befragt wurden von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.323 Wahlberechtigte.
Demgegenüber halten aktuell nur noch 15 Prozent der Befragten die USA für einen vertrauenswürdigen Partner, ein Rückgang um drei Prozentpunkte. Damit erreichen die Vereinigten Staaten den bislang niedrigsten Wert, der jemals im ARD-»Deutschlandtrend« gemessen wurde. Zum Vergleich: Frankreich gilt für 78 Prozent der Deutschen als vertrauenswürdiger Partner, obwohl auch dieser Wert im Vergleich zum Vormonat um fünf Prozentpunkte gesunken ist. Großbritannien halten derzeit 74 Prozent für vertrauenswürdig, vier Prozentpunkte weniger als im März 2025.
Deutlich kritischer fällt das Urteil über andere Staaten aus. Die Ukraine sehen 40 Prozent der Befragten als vertrauenswürdigen Partner, was einem Rückgang um acht Prozentpunkte gegenüber Juni 2025 entspricht. Gleichzeitig sagen 48 Prozent, Deutschland könne der Ukraine nicht vertrauen. Russland wird nur von neun Prozent der Wahlberechtigten als vertrauenswürdiger Partner eingeschätzt, ein Minus von einem Prozentpunkt. 83 Prozent halten Russland dagegen für keinen vertrauenswürdigen Partner.
Auch die Sorge um das transatlantische Verhältnis ist weiterhin groß. 62 Prozent der Befragten machen sich laut Infratest sehr große oder große Sorgen über die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland, vier Prozentpunkte weniger als noch im März 2025. Jeder Dritte, 33 Prozent, gibt an, sich diesbezüglich wenig oder gar keine Sorgen zu machen, ein Anstieg um drei Prozentpunkte.
Die Arbeit von US-Präsident Donald Trump wird in Deutschland überwiegend kritisch bewertet. Vier von fünf Deutschen, 83 Prozent, sind mit seiner Arbeit weniger oder gar nicht zufrieden, ein Plus von drei Prozentpunkten. Nur 12 Prozent zeigen sich sehr zufrieden oder zufrieden mit dem republikanischen Präsidenten, zwei Prozentpunkte weniger als zuvor.
Die Unsicherheit reicht über die transatlantischen Beziehungen hinaus. Sieben von zehn Deutschen, 69 Prozent, sorgen sich derzeit um die Sicherheit in Europa, ein Rückgang um vier Prozentpunkte. Gleichzeitig sind ebenfalls sieben von zehn Befragten, 70 Prozent, der Meinung, dass sich die Partner im Militärbündnis Nato gegenwärtig nicht auf den Schutz der USA verlassen können. Im April 2025 hatten dies sogar 78 Prozent gesagt, nachdem Donald Trump öffentlich Zweifel an der Nato-Beistandspflicht im Falle eines Angriffs auf Nato-Territorium geäußert hatte.
Vor diesem Hintergrund findet eine knappe Mehrheit von 53 Prozent, Europa sollte sich von der Nato unabhängiger machen und ein gemeinsames europäisches Militärbündnis aufbauen. Dieser Wert liegt einen Prozentpunkt unter dem Stand von März 2025. Jeder Dritte, 34 Prozent, lehnt diese Idee ab, zwei Prozentpunkte mehr als zuvor. +++ adm









