Deutschlands Wirtschaft steht vor einer neuen Schockwelle: Experten rechnen in diesem Jahr mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen großer Unternehmen. Das zeigen aktuelle Auswertungen der Restrukturierungsberatung Falkensteg für das „Handelsblatt“. Demnach meldeten im Jahr 2025 insgesamt 471 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro Insolvenz an – ein dramatischer Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schon 2024 hatte es einen kräftigen Sprung gegeben, damals stieg die Zahl der Großinsolvenzen bereits um 35 Prozent.
Und ein Ende ist nicht in Sicht. Für das Jahr 2026 prognostiziert Falkensteg-Partner Jonas Eckhardt einen weiteren Anstieg der Großinsolvenzen um 15 bis 20 Prozent. Während Insolvenzen in den vergangenen Jahren noch teilweise eine bereinigende Wirkung gehabt hätten, gehe es nun ans Eingemachte. „In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben“, sagte Eckhardt dem „Handelsblatt“. Die Lage habe sich spürbar verschärft.
Besonders hart trifft es die Industrie: Die größte Zahl an Großinsolvenzen verzeichneten Hersteller von Metallwaren, etwa Betriebe, die Blechteile für die Autoindustrie produzieren. Allein dort wurden im vergangenen Jahr 65 Insolvenzanträge gestellt. Noch dramatischer ist die Entwicklung im Autohandel: Hier explodierte die Zahl der Großinsolvenzen und stieg um fast 200 Prozent.
Auch andere Experten schlagen Alarm. „Wir sind an einem Kipppunkt“, warnte Georgiy Michailov, Geschäftsführer der Restrukturierungsberatung Struktur Management Partner, ebenfalls gegenüber dem „Handelsblatt“. Viele Unternehmen stünden massiv unter Druck, weil ihre hohe Verschuldung den Zugang zu neuen Krediten erschwere. Gleichzeitig komme die Wirtschaft kaum vom Fleck. Die Folge, so Michailov: „Wir werden immer mehr wirtschaftlich bedeutende Insolvenzen sehen.“ +++ adm









