Der FC Bayern München kommt einfach nicht zur Ruhe. Auch am 20. Spieltag der Bundesliga reichte es für den Rekordmeister nicht zum Sieg. Beim Hamburger SV mussten sich die Münchner am Samstagabend mit einem 2:2 begnügen und gaben damit erneut wichtige Punkte ab. Nach der Pleite gegen Augsburg zuletzt wächst der Druck – und die Nervosität an der Isar dürfte endgültig angekommen sein.
Vor lautstarker Kulisse legte der HSV einen mutigen Auftritt hin, spielte frech nach vorne und setzte die Bayern früh unter Druck. Die Hamburger belohnten sich für ihren engagierten Start in der 31. Minute, als Joshua Kimmich im Strafraum zu spät kam und Schiedsrichter auf Elfmeter entschied. Fábio Vieira übernahm die Verantwortung, blieb eiskalt und verwandelte sicher zur verdienten Führung für die Hausherren. Bayern hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, blieb offensiv aber erstaunlich harmlos und kam nur selten zu wirklich gefährlichen Abschlüssen. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte fanden die Gäste etwas besser ins Spiel.
Kurz vor der Pause schlugen die Münchner dann doch zu. In der 42. Minute kombinierte sich Bayern über Serge Gnabry nach vorne, der Ball landete im Strafraum bei Harry Kane, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einschob. Zwar überprüfte der VAR den Treffer noch einmal, doch das Tor zählte. Mit dem Ausgleich ging es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel schien alles auf Bayern-Kurs zu laufen. Gerade einmal 43 Sekunden waren gespielt, als der eingewechselte Luis Díaz nach Vorarbeit von Michael Olise zur Führung traf. Es war bereits sein zehnter Saisontreffer. Der Rekordmeister schien nun alles im Griff zu haben, doch der HSV bewies Moral und ließ sich nicht abschütteln.
Hamburg hielt mit großer Laufbereitschaft dagegen, blieb gefährlich und erarbeitete sich mehrere hochkarätige Chancen. Besonders spektakulär war ein Rettungsmanöver von Alphonso Davies, der einen Ball auf der Linie klärte. Der Einsatz der Hausherren zahlte sich aus: In der 53. Minute setzte sich William Mikelbrencis auf dem linken Flügel durch und brachte eine punktgenaue Flanke in den Strafraum. Luka Vušković stieg am höchsten und köpfte unhaltbar zum 2:2 ein. Für den kroatischen Innenverteidiger war es bereits der vierte Saisontreffer – damit ist er aktuell der beste Torschütze des HSV.
In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Bayern versuchte, wieder mehr Kontrolle zu bekommen, blieb vor dem Tor aber überraschend ungefährlich. Hamburg verteidigte diszipliniert und setzte immer wieder gefährliche Konter. Beide Trainer wechselten mehrfach, um neue Impulse zu setzen, doch bis zum Abpfiff blieb die Partie intensiv und umkämpft.
Kurz vor Schluss sah Harry Kane noch die Gelbe Karte, während der HSV mit weiteren Wechseln alles daran setzte, den Punkt gegen den Spitzenreiter festzuhalten. Am Ende blieb es beim 2:2 – ein Ergebnis, das die starke Leistung der Hamburger widerspiegelt und gleichzeitig zeigt, dass Bayern derzeit nicht alles nach Belieben durchsetzen kann.
Borussia Dortmund hat nun die Chance, mit einem Sieg am Sonntag gegen Heidenheim bis auf sechs Punkte an den Rekordmeister heranzurücken. Der HSV verbessert sich durch den Punktgewinn auf Rang 13 der Tabelle.
2. Bundesliga: Elversberg siegt auf dem Betzenberg
Großer Jubel bei der SV 07 Elversberg, enttäuschte Gesichter beim 1. FC Kaiserslautern: Im brisanten Zweitliga-Duell auf dem Betzenberg setzten sich die Saarländer mit 3:1 durch und setzten damit ein dickes Ausrufezeichen im Aufstiegsrennen. Eine umstrittene Szene kurz vor der Pause stellte dabei die Weichen entscheidend auf Auswärtssieg.
Vor stimmungsvoller Kulisse im Fritz-Walter-Stadion entwickelte sich von Beginn an eine intensive und offene Partie. Kaiserslautern trat mutig auf, presste hoch und kam früh zu guten Gelegenheiten. Besonders Joly hatte Pech, als er nach einer starken Kombination nur den Pfosten traf. Elversberg zeigte sich jedoch ebenfalls gefährlich, vor allem bei schnellen Umschaltmomenten. Conté und Petkov tauchten mehrfach gefährlich vor FCK-Keeper Krahl auf, scheiterten aber zunächst.
Erschwerend kam für beide Teams der rutschige Rasen hinzu, der immer wieder zu ungewohnten Fehlern und Ausrutschern führte und das Spiel zusätzlich hektisch machte.
Kurz vor der Pause eskalierte die Partie dann förmlich. Nach einem VAR-Eingriff entschied Schiedsrichter Deniz Aytekin auf Elfmeter für Elversberg, nachdem Lauterns Robinson bei einem Abschluss von Rohr am Trikot gezogen hatte. Eine äußerst knifflige Entscheidung – und eine mit drastischen Folgen: Robinson sah zusätzlich die Rote Karte.
Lukas Petkov ließ sich nicht beirren und verwandelte den Strafstoß souverän zur 1:0-Führung für die Gäste (45.+6). Doch der FCK bewies trotz Unterzahl enorme Moral. Tief in der langen Nachspielzeit gelang Kaiserslautern noch der Ausgleich, als ein Schuss von Skyttä von Elversbergs Rohr unglücklich ins eigene Tor abgefälscht wurde (45.+9). Mit einem 1:1 ging es in die Kabinen – trotz personeller Unterlegenheit der Pfälzer.
Nach dem Seitenwechsel machte sich die Rote Karte zunehmend bemerkbar. Elversberg übernahm die Kontrolle, ließ den Ball ruhig durch die eigenen Reihen laufen und wartete geduldig auf Lücken. In der 55. Minute zahlte sich das aus: Nach einer sehenswerten Kombination über Zimmerschied schob David Mokwa aus kurzer Distanz zur erneuten Führung ein.
Kaiserslautern kämpfte weiter, stellte taktisch um und versuchte alles, doch echte Torgefahr sprang kaum noch heraus. Elversberg agierte abgeklärt, gewann viele zweite Bälle und ließ kaum Konter zu.
In der Schlussphase öffneten die Roten Teufel zwangsläufig die Räume – und Elversberg nutzte das eiskalt. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld legte Petkov im Strafraum quer auf den eingewechselten Luca Schnellbacher, der aus kurzer Distanz zum 3:1 traf (86.) und endgültig für klare Verhältnisse sorgte.
In den letzten Minuten plätscherte die Partie aus, kleinere Nickligkeiten führten noch zu Gelben Karten, am Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr.
Elversberg feierte am Ende einen verdienten Auswärtssieg, der vor allem auf der Überzahl und der reifen Spielkontrolle in der zweiten Halbzeit basierte. Mit nun 38 Punkten klettert die Mannschaft von der Kaiserlinde auf Tabellenplatz zwei und bleibt voll im Aufstiegsrennen – nur einen Zähler hinter Schalke.
Der 1. FC Kaiserslautern musste sich trotz leidenschaftlicher Leistung geschlagen geben. Die Rote Karte erwies sich als zu große Hypothek. Mit 31 Punkten verlieren die Pfälzer vorerst den Anschluss an die oberen Plätze und bleiben auf Rang sechs.










