Die Nachricht hat Fulda und die gesamte Druckbranche erschüttert: Die ppm Fulda GmbH & Co. KG, eine traditionsreiche Rollenoffset-Druckerei mit jahrzehntelanger Geschichte, ist erneut in Schieflage geraten. Kurz vor dem Jahreswechsel 2025 stellte das Unternehmen einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung – ein Schritt, der zeigt, wie dramatisch sich die Lage zuspitzte. Doch wer glaubt, hier gehe es um eine stille, unspektakuläre Pleite, täuscht sich: Hinter den Werkstoren brodelt es gewaltig.
Die Verantwortlichen beteuern, man wolle den Betrieb weiterführen, die Kontrolle nicht abgeben und das Sanierungsruder selbst in der Hand behalten. Möglich wird das durch die Eigenverwaltung, ein Modell, bei dem das Management weiterhin handlungsfähig bleibt – allerdings unter wachsamen Augen eines vom Gericht eingesetzten Sachwalters. Für die Beschäftigten bedeutet dieser Schritt zumindest eine kurzfristige Erleichterung: Ihre Löhne sind für die kommenden drei Monate durch Insolvenzgeld gesichert. Ein kleiner Lichtblick in einer Zeit großer Unsicherheit.
Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Interne Zahlen zeigen ein alarmierendes Bild: Rund 30 Prozent Umsatzverlust allein im Jahr 2025 – eine Zahl, die in der Branche wie ein Donnerschlag wirkt. Der Druckmarkt ist ohnehin seit Jahren in einer tiefen Strukturkrise, doch PPM Fulda trifft es besonders hart. Sinkende Auflagen, digitaler Wandel und gnadenloser Preiskampf – all das schiebt das Unternehmen wie eine Welle vor sich her. Jetzt droht es, unterzugehen.
Um das Schlimmste zu verhindern, wurde ein externer Sanierungsexperte ins Boot geholt. Seine Mission: ein tragfähiges Konzept entwickeln, Kosten senken, Prozesse straffen, Investoren finden. Denn trotz der dramatischen Lage steckt in der Druckerei noch immer viel Substanz. Schließlich ist PPM Fulda nicht irgendeine Produktionsstätte – sondern eine hoch spezialisierte Rollenoffset-Druckerei, die sich auf kleine und mittlere Formate wie DIN A5, DIN A6 und Pocketformate konzentriert. Einst war man ein verlässlicher Partner für unzählige Auftraggeber in ganz Deutschland.
Der aktuelle Kollaps kommt umso überraschender, weil die Firma erst vor wenigen Jahren eine große Rettungsaktion hinter sich hatte. 2022/23 wurde PPM Fulda bereits durch ein Schutzschirm- und späteres Insolvenzplanverfahren geführt, bevor 2023 neue Eigentümer – die Pentapart Beteiligungs GmbH und Aurona Capital GmbH – einstiegen. Man sprach damals von einem Neustart, von Zukunft, von modernisierten Strukturen. 109 Mitarbeitende hofften auf stabile Perspektiven. Doch nun, gut zwei Jahre später, steht das Unternehmen wieder am Rand des Abgrunds.
Im Maschinenpark in Fulda herrscht dennoch kein Stillstand. Die Produktion läuft weiter, Aufträge werden abgearbeitet, die Belegschaft zeigt – wie schon so oft – erstaunlichen Zusammenhalt. Man gibt sich kämpferisch, hofft auf Investoren und darauf, dass das Insolvenzverfahren nicht das Ende, sondern eine nächste Chance bedeutet.
Die kommenden Wochen werden entscheiden, ob die traditionsreiche Druckerei erneut gerettet wird – oder ob Fulda einen weiteren industriellen Verlust hinnehmen muss. Sicher ist nur eines: Die Geschichte von PPM Fulda ist alles andere als zu Ende erzählt. +++









