Berufsverband Rettungsdienst zweifelt an Abschreckungswirkung schärferer Strafen

Rettungsdienst

Der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst hat Zweifel geäußert, ob die geplanten Strafverschärfungen für Angriffe auf Helfer tatsächlich eine abschreckende Wirkung entfalten können. Zwar gebe es bereits heute entsprechende gesetzliche Regelungen, doch diese würden in der Praxis nicht konsequent angewendet, sagte der Verbandsvorsitzende Frank Flake den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit Blick auf die geltende Rechtslage.

Bis es nach Angriffen auf Rettungs- und Einsatzkräfte tatsächlich zu Gerichtsverfahren komme, vergingen oft Monate, teilweise sogar Jahre, kritisierte Flake. „Bis dahin ist das Geschehene schon fast vergessen“, sagte er. Auch das bereits jetzt mögliche Strafmaß von bis zu fünf Jahren Haft werde nach seinen Worten kaum jemals ausgeschöpft. „Den Vorschlag, jetzt den Strafrahmen zu erhöhen, halte ich deshalb für wenig zielführend“, erklärte Flake. Aus seiner Sicht würde es ausreichen, die bestehenden Gesetze konsequent anzuwenden.

Nach Einschätzung des Verbandschefs spielen bei Angriffen auf Rettungskräfte häufig Alkohol und Drogen eine Rolle. Zudem beobachte er eine zunehmende Distanzlosigkeit. „Die Leute sind hemmungsloser, als sie es einmal waren“, sagte Flake.

Ob die Zahl der Angriffe auf Rettungskräfte in den vergangenen Jahren tatsächlich gestiegen ist, lasse sich nach Angaben des Verbands nur schwer beurteilen. „Was wir sicher sagen können: Diese Fälle werden jetzt besser erfasst und kommen jetzt mehr an die Öffentlichkeit“, so Flake.

Auch in der vergangenen Silvesternacht kam es in verschiedenen Städten in Deutschland zu Angriffen auf Einsatz- und Rettungskräfte. Es habe sich dabei jedoch nicht um „außergewöhnlich viele“ Vorfälle gehandelt, sagte der Vorsitzende des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst. +++

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