Die Deutschen blicken offenbar mit verhaltenem Optimismus auf die Zukunft der Bundesregierung. Eine knappe Mehrheit geht davon aus, dass die schwarz-rote Koalition in Berlin auch das Jahr 2026 überstehen wird. Trotz anhaltender politischer Spannungen und unterschiedlicher Erwartungen an das Regierungsbündnis rechnet mehr als jeder zweite Bürger mit Stabilität an der Spitze des Staates.
Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den „Stern“ zeigt, erwarten 54 Prozent der Befragten, dass das Bündnis aus CDU/CSU und SPD Bestand haben wird. Demgegenüber stehen 40 Prozent der Deutschen, die davon ausgehen, dass es im kommenden Jahr zu einem Bruch der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt. Weitere sechs Prozent der Befragten äußerten sich nicht zu der Frage nach dem Fortbestand der Koalition.
Der Blick auf die einzelnen Wählergruppen zeigt deutliche Unterschiede, aber auch überraschende Übereinstimmungen. Besonders optimistisch zeigen sich erwartungsgemäß die Anhänger der Regierungsparteien selbst. So gehen 74 Prozent der Wählerinnen und Wähler der Union davon aus, dass das Bündnis hält, bei den SPD-Anhängern sind es 72 Prozent. Auffällig ist jedoch, dass auch die Wählerschaft der Grünen überwiegend an die Stabilität der Bundesregierung glaubt: 73 Prozent der Grünen-Anhänger erwarten, dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD durchhält.
Deutlich zurückhaltender fällt die Einschätzung bei den Wählerinnen und Wählern der Linken aus. Hier gehen 56 Prozent davon aus, dass die schwarz-rote Koalition mindestens bis Ende 2026 Bestand haben wird. Damit überwiegt zwar auch in diesem Lager der Optimismus, er ist jedoch weniger ausgeprägt als bei Union, SPD und Grünen.
Ein völlig anderes Bild zeigt sich hingegen bei den Anhängern der AfD. In dieser Gruppe glaubt nur gut ein Viertel an den Fortbestand der Regierung. Lediglich 26 Prozent der AfD-Wähler gehen davon aus, dass die Koalition mindestens bis zum Ende des Jahres 2026 weitermacht. Eine deutliche Mehrheit von 70 Prozent rechnet dagegen mit einem Auseinanderbrechen des Bündnisses.
Die Daten für die Umfrage wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des „Stern“ und von RTL Deutschland erhoben. Die Befragung fand am 18. und 19. Dezember 2025 statt. Grundlage der Erhebung sind die Antworten von insgesamt 1.000 Befragten. +++










