Volles Haus, große Gefühle und minutenlanger Applaus: Das Orchester der Freiwilligen Feuerwehr Dirlos e. V. hat am Samstagabend die Orangerie Fulda in einen Klangtempel verwandelt. Beim Jahreskonzert erlebten die Besucherinnen und Besucher einen Abend voller musikalischer Höhepunkte, weihnachtlicher Magie – und bewegender Ehrungen für drei Musiker, die seit mehr als 50 Jahren dabei sind.
Beschwingt, sinfonisch und mit spürbarem Stolz für die Gemeinde Künzell präsentierte sich das Orchester am 20. Dezember vor nahezu ausverkauftem Saal. Mehr als 50 Musikerinnen und Musiker nahmen auf der Bühne Platz und zeigten eindrucksvoll, was Feuerwehrmusik leisten kann. Am Dirigentenpult stand André Müller, der das Orchester im Sommer 2024 übernommen hatte und bereits zum zweiten Mal das Jahreskonzert leitete. Der ehemalige Dirigent des Blasorchesters am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Fulda und heutige Schulleiter der Winfriedschule formte aus dem Ensemble einen geschlossenen, kraftvollen Klangkörper.
Besonders erfreulich: Vier neue Mitglieder standen erstmals beim Jahreskonzert auf der Bühne. Drei von ihnen stammen aus dem Jugendorchester „Firetones“, das unter der Leitung von Christof Röder als wichtige Talentschmiede des Vereins gilt. Nachwuchs, der hörbar frischen Wind brachte.
Musikalisch spannte das Orchester einen großen Bogen. Die erste Hälfte war ganz der sinfonischen Blasmusik gewidmet. Mit dem kraftvollen Konzertmarsch „Mercury“ von Jan Van der Roost, dem bildreichen Werk „Of Castles and Legends“ von Thomas Doss, „The Wind in the Willows“ von Johan de Meij sowie „Lob der Stille“ des Fuldaer Komponisten Fred Armbruster zeigte das Ensemble seine ganze Klasse. Anspruchsvoll, erzählerisch und präzise – das Publikum hörte gebannt zu.
Nach der Pause wurde es festlich und winterlich. Johann Strauss’ „An der schönen blauen Donau“ sorgte ebenso für Begeisterung wie Filmmusik aus Disneys „Frozen – Die Eiskönigin“. Ein besonderer Gänsehautmoment: der Gesangsbeitrag von Marina Bischoff bei „Frozen“. Virtuos wurde es beim Tuba-Solo „Farmer’s Tuba“ von Martin Scharnagl, das Solist Raimund Lippok eindrucksvoll meisterte. Mit „The Call of Christmas“ endete das offizielle Programm – und stimmte das Publikum hörbar auf Weihnachten ein.
Emotionaler Höhepunkt des Abends war die Ehrung dreier Musiker, die seit über fünf Jahrzehnten aktiv im Verein sind: Martin Möller sowie Markus und Thomas Beier. Geehrt wurden sie vom Kreisfeuerwehrverband Fulda durch Kreisstabführer Pierre Chaib sowie vom Landesfeuerwehrverband Hessen durch Landesstabführer Alexander Eckhardt. Drei Männer, die für jahrzehntelanges Ehrenamt, Treue und Leidenschaft stehen.
Der 1. Vorsitzende Clemens Hacker fand deutliche Worte: „150 Jahre aktive Mitgliedschaft stehen nicht nur für musikalische Treue, sondern für gelebte Gemeinschaft, Verlässlichkeit und ein Ehrenamt, das Generationen verbindet.“ Auch Kreisstabführer Pierre Chaib zeigte sich beeindruckt: „Was diese drei Musiker über Jahrzehnte geleistet haben, ist alles andere als selbstverständlich. Sie sind Vorbilder für Zusammenhalt, Verantwortung und die Kraft der Musik innerhalb der Feuerwehrfamilie.“
Das Publikum dankte es dem Orchester mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations – und ließ die Musiker nicht ohne Zugaben gehen. Gleich drei Stücke wurden nachgelegt: der „Hallelujah Chorus“, „Feliz Navidad“ und „Nun ruhen alle Wälder“. Die Orangerie verwandelte sich endgültig in einen festlichen Klangraum.
Doch das Orchester ist nicht nur auf der großen Bühne aktiv. Als musikalischer Botschafter der Gemeinde Künzell bringt es seine Musik auch direkt zu den Menschen. Erst kürzlich erklangen Teile des Programms bei einem Konzert für Seniorinnen und Senioren im Künzeller Gemeindezentrum. Und an Heiligabend sind die Musiker in drei Kleingruppen in den Ortsteilen unterwegs – mit Weihnachtsliedern, die direkt vor die Haustüren getragen werden. Musik, die verbindet. +++ adm










