Schreckliche Szenen am Donnerstagnachmittag in der Gießener Innenstadt: Gegen 16.30 Uhr prallte der Fahrer eines Audis in eine Bushaltestelle und riss mehrere Menschen mit sich. Nach derzeitigem Stand wurden vier Personen verletzt, eine davon schwer. Die schwer verletzte Person ist noch nicht außer Lebensgefahr und wird aktuell in einem Krankenhaus behandelt.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der 32-jährige Fahrer zuvor über die Westanlage in Richtung Südanlage unterwegs. An der Ampel an der Einmündung zur Frankfurter Straße krachte der Audi zunächst mit zwei vorausfahrenden Pkw zusammen. Doch der Mann stoppte nicht – er fuhr weiter. Wenig später kam es auf der Südanlage zum nächsten folgenschweren Zusammenstoß: An einer Bushaltestelle erfasste das Fahrzeug mehrere wartende Personen. Vier Menschen wurden verletzt, teils schwer.
Anschließend setzte der Fahrer seine Fahrt fort, bog in die Goethestraße ein und fuhr weiter bis in die Johannesstraße. Dort endete die Fahrt: Die Polizei nahm den Mann vorläufig fest. Der Fahrer stammt aus Aserbaidschan und lebt in Gießen. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Behörden nicht.
Innenminister Roman Poseck zeigte sich tief betroffen. Er sprach von einem tragischen Vorfall und erklärte, die Landesregierung sei mit ihren Gedanken bei den Verletzten und ihren Angehörigen. Besonders die schwer verletzte Person stehe im Mittelpunkt der Anteilnahme. Gerade so kurz vor Weihnachten mache das Geschehen besonders betroffen, so Poseck. Man hoffe von Herzen, dass die schwer verletzte Person diese Situation übersteht.
Die genauen Abläufe und Hintergründe des Unfallgeschehens sind weiterhin unklar. Das Landeskriminalamt ermittelt in alle Richtungen. Nach aktuellem Stand erscheint es möglich, dass eine Erkrankung Ursache für das Verhalten des Fahrers war. Ein politisches oder gar terroristisches Motiv gilt derzeit als eher unwahrscheinlich. Zudem gehen die Ermittler momentan davon aus, dass die schwere Verletzung der besonders betroffenen Person nicht durch ein gezieltes Zufahren, sondern durch eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug verursacht wurde.
Für die umfangreiche polizeiliche Unfallaufnahme wurde der Bereich der Südanlage zeitweise gesperrt. Die Ermittlungen dauern an, weitere Erkenntnisse sollen folgen. +++

















